Hallo Mapoli,
ich habe die Allo einige Monate nach Harry gemacht (Harry, freut mich, wieder von Dir zu lesen). Spender eine Cousine 100% passend. Ich war durch die Chemo davor in CR bei allo, zuvor hatte ich in 2009 2 autologe gehabt. Damals stand ich auch vor der Wahl Würzburg oder HH. In HH sagte man mir, durch meine 2 autologen sollte ich eine volle allo machen, sonst wäre das Risiko eines Rezidivs höher, die evtl. Probleme würden dann die Aerzte behandeln. In Wü waren sie vorsichtiger, so eine 3/4 allo schon, keine reduzierte, eine volle allo nach zwei autologen sei für den Körper zu viel.
Ich habe sie dann in Wü gemacht, manchmal denke ich noch an diese Entscheidung.
Mir ging es nach der allo eigentlich immer recht gut. Abstossung nur schwach am Anfang auf der Haut. Müdigkeit ist geblieben, und andere kleine Probleme. Mitte 2012, nach einigen Monaten, fingen aber die Werte wieder an zu steigen. Ich habe seitdem 3 Mal DLI von meiner Spenderin bekommen, jeder Zyklus über mehrere Monate, aber in CR bin ich nicht mehr gekommen. Meine Lebensqualität ist aber recht gut. Erhöhte Infektionsgefahr, Müdigkeit etc. sind geblieben.
Hatte zuerst Revlimid, dann Pomalidomid, auch wieder Bortezomib-Behandlungen, die natürlich auch den Körper belasten.
Im Maerz habe ich eine Hüft-OP gut durchgestanden, hatte eine Nekrose durch die Cortisoneinnahme, besonders in den ersten Jahren. Habe auch in den letzten 3 Jahren 2 Bestrahlungszyklen durchgemacht. Wie gesagt, trotz der vielen Medis, hatte ich bisher wenig Nebenwirkungen, der Körper wird natürlich durch die vielen Therapien mit der Zeit geschwächt. Mein Anliegen mit der allo war damals, endlich mal einige Jahre therapiefrei zu sein, hat nicht geklappt, andererseits habe ich gesehen, dass es vielen nicht anders gegangen ist und auch höhere Risiken eingegangen sind. Ich denke ich würde die allo nochmals machen, vielleicht sogar eher, meine war ja 3 Jahre nach Diagnose.
Natürlich gibt es jetzt auch viele neuen Medis und Möglichkeiten, das Problem ist eher, ob und wieviel unser Körper und auch wir mitmachen können. Momentan habe ich Zyklen mit Daratumumab begonnen, Bortezomib, Cyclo, Dara, dann Pomalidomid.
Meine Diagnose ist jetzt über 9 Jahre her, meine kids sind jetzt 14 und 12, habe sie wachsen sehen, hätte ich damals nicht gedacht, habe vieles verändert, und es geht mir "seelisch" um einiges besser als am Anfang. Also schon das ist für mich ein Erfolg.
Alles Gute
Sergio
Letzte Änderung: 29 Juni 2017 08:59 von sergio.