Hallo Carry,
im Vorbereitungsgespräch müssen sie auf alle Eventualitäten hinweisen, schließlich hat Dein Mann als Patient die Wahl, ob er sich darauf einlassen möchte oder nicht. Das unterschreibt er ja auch. Da ist es schon wichtig, das Risiko zu kennen. Die Kenntnis möglicher Gefahren schließt Optimismus nicht aus, zumindest war das bei mir so.
Darüber hinaus sehe ich die Rolle des Arztes nicht darin, mich seelisch mit Optimismus zu versorgen, sondern mit Wissen und sinnvollen therapeutischen Vorschlägen.
Davon unabhängig ist es ggf. tatsächlich sinnvoll, das Ende zu regeln. Die Hochdosis ist ja nur ein möglicher Anlaß, sich damit auseinanderzusetzen. Die Notwendigkeit steht früher oder später vor jedem, nur, wenn man gesund ist, glaubt man ja an die Unendlichkeit des Lebens.
Mein Mann und ich haben diese Gelegenheit genutzt, uns klar darüber zu werden, wie wir das handhaben wollen, wo beerdigt, welches Ritual dazu genutzt werden soll usw. Mich/ uns entlastet das, die Wünsche des anderen zu kennen. Ich habe auch schon einen wunderbaren Platz im Friedenswald "gebucht". Nun kann ich halt in Ruhe die nächsten 30 Jahre leben. Denn der Platz läuft ja nicht weg.