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Mapoli antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
25 Juni 2014 13:40
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    18 Juni 2011
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Ach mensch, Du arme! Ich wünsche Dir gute Besserung.
LG
Ma

Almish antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
25 Juni 2014 12:04
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    23 Oktober 2009
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Hi ihr Lieben,
naja, war jetzt dann wohl doch die richtige Influenza, die ich mir eingefangen habe. Heute (Tag 5) bin ich das 1.Mal Fieberfrei. Wow, die ganze Situation erinnert mich an Würzburg vor 2 Jahren, als ich nach der HD auch nen Influenza Virus hatte, und fast hops gegangen wäre. Diesmal is halt doch noch Restimmunsystem vorhanden;,-)
Mittlerweile bereue ich die Entscheidung zum Antibiotikum nicht mehr, nur die Gründe haben sich geändert. Nachdem ich noch fett Herpes im Gesicht habe und ich aussehe, als hätte ich ne dicke Lippe gegen Klitschko gewagt, haben sich meine Wochenendpläne eh ad acta gelegt. Hab jetzt auch ne Herpes Zoster Prophylaxe erhalten.
Ansonsten Geduld und viel Trinken. Ich bin ja körperlich in einer top Form und kann mir sehr gut vorstellen, dass ältere Menschen oder Kinder mit diesem Infekt nicht so leicht fertig werden (wobei es leicht jetzt auch im meinem Fall nicht trifft).
Egal, wollt mich nur mal melden und wünsch euch allen alles Gute
LG Marion

Kopf hoch, Nase in den Wind
Das Leben stinkt
Sterben kann gar nicht so schlimm sein, sonst täten es nicht so viele

abifiz antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
24 Juni 2014 22:20
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    03 August 2026
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@Monika


Sehr treffend beobachtet! Meistens und bei den meisten Patienten kann man den von Dir beschriebenen Unterschied beobachten.

Die "eigentliche" Grippe (Influenza) wirkt häufig wie ein hochpotenter Faustschlag. Wobei es dem Betroffenen binnen kürzester Zeit kaum noch gelingt, auf den eigenen Beinen zu stehen... :-?
Man wird wohl ausgezählt... (Sagt man 's so? Auf dem Ring?)


@Rudi


Hühnerbrühe... Lecker! Und sehr hilfreich...
Jo, was Du beschreibst, arbeitet das eigentliche Dilemma heraus: Die Weigerung, sieben oder acht Tage einfach schonungsbedürftig zu sein. Die Anspruchshaltung, für alles ein sofortiges Heilmittel zur Hand zu haben. Wobei, wer sich dagegen sperrt unpäßlich zu sein, von seiner Psyche her für sich selber eine ungünstigere Heilungsprognose "erwirkt".

Für uns MM-Kranke kommt es hingegen darauf an, gegen eine etwaige aufkommende Panik anzukämpfen. Sie ist von der Sache her nicht begründet und wiederum nicht gerade heilungsfördernd...


abifiz

rudi antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
24 Juni 2014 20:55
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    23 Oktober 2009
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Kranksein gilt heute eben bei den meisten (aktiven) Menschen als relativ "uncool". Keiner will sich 1 Woche ins Bett legen und mit Kamillentee und Hühnerbrühe versorgen lassen.
Da hörte ich schon zigfach immer wieder dieselbe Reaktion von Menschen, die einen grippalen Infekt hatten.
"Ich kanns mir nicht leisten mich ins Bett zu legen, ich muss meinen Job machen ( bin ja so wichtig !!!!!!) und desshalb nehme ich gleich ein Breitbandantibiotikum, damit ich schon morgen wieder fit bin.

Diese Menschen haben, wie Abifitz ausführlich beschrieben hat, keine Ahnung von Antibiotika und denken, es wäre ein Allheilmittel gegen gegliches Kranksein.
Und das Schlimme ist, sie bekommen es ohne Wiederrede von ihrem Hausarzt sofort verschrieben, weil der sich dann auch auf der sicheren Seite sieht.

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

leopoldi antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
24 Juni 2014 19:51
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    23 Oktober 2009
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Hallo,
Abifiz, ich bin gespannt, ob zu diesen Ausführungen noch einer etwas hinzuzufügen hat 8).
Eins vielleicht noch ganz banal ausgedrückt. Der wesentliche Unterschied bei einer Grippe zum grippalen Infekt ist vom Empfinden her, dass sich der grippale Infekt meist mit nem Kratzen im Hals etc. eher anschleicht, während einen die echte Grippe beinah von einen auf den andern Moment packt. Vor ner halben Stunde nichts gespürt und plötzlich erbärmlich elend.
Ob das die Medizin genauso sieht :oops:?

LGe
Monika

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~

abifiz antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
24 Juni 2014 17:42
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Hallo allseits.



Ich darf doch einige Abklärungen zum Thema einbringen.

Ist nicht angriffig gemeint.


Was hier im Sinne unserer Alltagssprache als "Grippe" bezeichnet wird, ist eigentlich ein grippales Infekt, keine echte Grippe.

Die echte Grippe (durch Influenza-Viren verursacht) kann ab einem bestimmten drastischen Schwere-Grad von Immunsystem-Beeinträchtigung auch tödlich wirken. Allerdings kann man dabei die entsprechenden Viren (nach deren möglichst präzisen Festlegung) gezielt mit den dazu geeigneten Virostatika bekämpfen.

Das grippale Sommerinfekt, von welchem hier die Rede ist, ist nur bei extrem kollabierten Immunsystemen wirklich nennenswert gefährlich, wenn auch fast immer nicht tödlich. (Mit "extrem" ist hier wortwörtlich "extrem" gemeint!) Auch da kann man freilich prinzipiell den Virusstamm bestimmen und mit geeigneten Virostatika eingreifen. Ansonsten ist ein solches lästiges und schwächendes Infekt -- auch bei einem beeinträchtigten Immunsystem! -- gut überwindbar. Mit einem sinnvollem gelassenem Prozedere aus Schonung, psychischer und physiologischer Förderung, Schlaf und Entspannung. (Dazu gehören selbstverständlich die entsprechenden Vermeidungen: von Streß, Belastung, Ärger, Ermüdendem, Negativistischem.)

Wie von anderen hier schon erwähnt, reagieren Viren mitnichten auf eine Antibiose.

Eine Antibiose wird durch die Gabe von einem Antibiotikum ( Mehrzahl "Antibiotika" ) erwirkt. Sie bewirkt die Bekämpfung von Bakterien.


Dazu hab' ich eine Menge zu sagen:

Die Bekämpfung von Bakterien durch antibiotische Stoffe bewirkt tendenziell auch einen Selektionsdruck auf die soeben angegriffenen Bakterien zur Herausbildung von Immunitäten gegen ihren Angreifer. Das ist unvermeidlich und unkorrigierbar so. Das hängt mit den zentralen Charakteristika des biologischen Geschehens überhaupt. Das ist sozusagen "Biologie pur". So funktioniert Biologie. Alle Biologie. Alle Biologie der Welt.

Antibiotika werden seit circa 75 Jahren großflächig angewandt. Bei den geringsten Lebensspannen der Bakterien entsprechen 75 Jahre einem biologischen Zeitraum von ungefähr 6 bis 7 Millionen Jahren im Leben fortgeschrittener Säugetiere. Das heißt: Wenn im Leben von bestimmten Säugetieren eine Gefährdung durch eine räuberische Angreifer-Population entstanden wäre, dann hätten die Angegriffenen sechs bis sieben Millionen Jahre Zeit für die biologisch-evolutive Entwicklung von wirksamen Gegenmaßnahmen gehabt, falls man als Gesamt-Zeitspanne die Bakterien-Zeitspanne von 75 Jahren auf sie umzurechnen versuchte.

Ok.

Der Unterschied wäre, daß besagte Gegenmaßnahmen mannigfachster Art sein würden: Von der Entwicklung von aktiven und passiven Bewaffnungen zur räumlichen Weiter-Verteilung; von der Erhöhung der Reproduktionsrate zur Entwicklung raffiniertester Tarnungen und Täuschungen; vom Ausweichen in spezielle Nischen zur Bildung von innerartlichen und interartlichen Verteidigungskoalitionen; und vielem, vielem mehr. In der Bakterienwelt spielen zwar auch (eher am Rande) Tarnung und Täuschung eine Rolle. Entscheidend aber in der Herausbildung von Gegenstrategien gegen den antibiotischen Angriff ist die Entwicklung von sogenannten Resistenzen. Die Bakterien versuchen resistent zu werden. Umgerechnet auf menschliche Zeitspannen haben sie dazu Millionen Jahre Zeit gehabt und viel, viel, viel Erfolg.

Sie haben gebildet -- und bilden emsig weiterhin! -- resistente Stämme.

Sie haben dabei einen höchst willkommenen hochpotenten Verbündeten gehabt, und können auch weiterhin mit ihm rechnen: die menschliche Begriffsstutzigkeit.

Die Menschen haben angewendet und wenden recht gerne die antibiotische Waffe an:

unnötigerweise,

breitbandig und undifferenziert,

vorsorglich auch dann wenn Vorsorge unangebracht,

unabgewogen,

und, als ob dies alles nicht genug des Übels wäre,

dort zu schwach und zu kurz wo angebracht.

Das alles hat die Entwicklung von bakteriellen Resistenzen beschleunigt und zusätzlich gefördert.


Darüber hinaus gibt es das Problem der von einer Antibiose verursachten Nebenschäden.

Bakterien sind nämlich nicht immer Feinde oder Neutrale oder unsichere Kantonisten in bezug auf den Menschen.

Es gibt mit dem Menschen befreundete und sogar mit ihm alliierten und für sein Überleben wesentliche Bakterien. Solche leben -- hauptsächlich -- mit und in uns. Kiloweise!

Sie bilden zum Beispiel auch die sogenannte Darmflora.

Durch Antibiose wird sie beschädigt, manchmal sogar beinah vernichtet.


Fazit:

Eine Antibiose darf nur dann wenn spezifisch notwendig vorgenommen werden. Dann aber weder zu schwach, noch zu kurz, noch breitbandig. Vorbeugende Antibiose ist eigentlich selten gerechtfertigt. (Manchmal aber unabdingbar!) Bei einem grippale Infekt ist sie nie gerechtfertigt. Sollte bei einem deutlich abgeschwächten Immunsystem tatsächlich (!) anläßlich eines grippalen Infektes eine bakterielle Superinfektion hinzugekommen sein (das heißt, zusätzlich zur viralen Infektion), dann sollte auch -- sehr gekonnt und gewissenhaft -- von einem kompetenten Arzt das Pro und Contra einer spezifischen Antibiose abgewogen werden. Es sind abzuwägen die potentiellen Gewinne im Kampf mit den angreifenden Bakterien gegen die Schäden an den eigenen alliierten Bakterien (Darmflora z.B.), die mögliche Weiterzüchtung persönlicher Resistenzen an den feindlichen Bakterien und die Gefahr der Förderung einer Superinfektion durch Pilze. (Antibiotika fördern meistens Pilze.)


Andere Ärzte werten hier leicht oder stark anders als ich. Aus Bequemlichkeit, Gewohnheit, falsch verstandenem Entgegenkommen dem drängenden Patienten gegenüber, Ängstlichkeit, Schludrigkeit, Bagatellisierung, manchmal sogar mangelhafter Kenntnis der eigentlichen biologischen Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Bakterienwelt.

Meine hier dargelegte Position dürfte allerdings dem eigentlichen heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand schon eher entsprechen, so sehr sie manchem als zu streng erscheinen möchte. Man schiebe dann halt gnädigerweise meine vermeintliche "Strenge" auf mein jugendliches Alter. In vierzig oder fünfzig Jahren werde ich dann alles viel milder und "nicht mehr so eng" sehen.



abifiz