hallo in die Runde,
ich komme noch einmal auf die Ausgangsfragestelltung zurück - eine Studienteilnahme, ja oder nein.
Ich selbst bin eine Befürworterin von Studien. Und ich stimme jenen im Forum zu, dass sämtliche Studienergebnisse auch veröffentlicht werden sollen.
Eine meine Schwestern, an einem sehr aggressiven und schnell invasiven Brustkrebstyp erkrankt, nahm und nimmt an einer Studie teil. Sie musste zunächst das „ganze Programm“ durchmachen: Operation (brusterhaltend), Bestrahlung, Chemotherapie; danach Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie.
Aber sie fühlte und fühlt sich sehr gut betreut, kam in volle Remission und noch heute, drei Jahre danach wird sie nach wie vor sorgfältig überwacht. Die Laufzeit der regelmäßigen Überwachung dauert 5 Jahre. Das finde ich einen großen Nutzen.
Die Entwicklung neuer Wirkstoffe zur Behandlung des Myeloms hat in den vergangenen 10-12 Jahren für viele Patientinnen und Patienten deutliche Verbesserungen bei der Überlebenszeit und für viele auch an Lebensqualität gebracht. Das wäre ohne Studien, in denen diese Wirkstoffe geprüft und kontrolliert eingesetzt worden wären, nicht möglich gewesen. Auch für Patienten, die bereits eine Vielzahl von Therapien hinter sich haben, bedeutet die Teilnahme an einer Studie oft der Zugang zu einem noch nicht allgemein zugelassenen Medikament.
Dass die Wirksamkeit nur bei Patienten mit gleichen Voraussetzungen (sog. Ein- und Ausschlusskriterien) beurteilt werden kann, erscheint mir logisch. Diese werden auch im jeweiligen Studiendesign dokumentiert und sind m.E. dem jeweiligen Patienten auch zugänglich.
Jeder Patient kann nicht nur entscheiden, ob er teilnehmen möchte, sondern auch darüber, ob und wann er abbrechen möchte. Manchmal – je nach Krankheitsverlauf – kann allerdings auch das Umgekehrte passieren, dass nämlich der Patient nicht mehr in die Studie passt oder schnell in ein anderes Behandlungsschema muss. Ich hoffe, dass in diesen Fällen dies die Ärzte auch plausibel erklären.
Genaueres zu Phasen, Teilnahme (Für und Wider) und die in Deutschland durchgeführten Studien finden sich auf unserer Homepage in der Rubrik
www.myelom.org/studien/allg-information.html
Ich finde es lohnt sich, das einmal durchzulesen.
Übrigens werden nicht alle Studien von Pharma veranlasst, sondern auch von Kliniken. Wenn ich das richtig sehe, haben z.B. viele DSMM-Studien als Hauptsponsor das Würzburger Klinikum. Ich glaube auch, würden Kliniken mehr Forschungsgelder zugeteilt bekommen, würden auch mehr Studien direkt von Kliniken ausgehen.
So weit meine persönliche Meinung dazu.
Lisa