Hallo Silvia,
mein Mann war eine Woche im künstlichen Koma.
Er wurde intubiert, das heißt ein Beatmungsschlauch wurde in die Lunge geführt. Zum Teil hatte er aber auch eigenständigen Atemreflex, das wird am Monitor überwacht und ist abhängig von der Stärke der Sedierung. Anhand Herz- und Pulsfrequenz kann das Personal recht gut einschätzen, ob der Patient entspannt ist. Ebenso wurde ein Blasenkatheder gelegt. Die Darmausscheidung funktionierte dagegen ganz natürlich.
Der Tag des Aufwachens war etwas anstrengend für ihn. Vielleicht kennst Du das, wenn man aus der Narkose erwacht, bis man wieder orientiert ist. Auch war ich erschrocken, wie sehr die Muskulatur in der kurzen Zeit abgebaut hat. Am ersten Tag fiel es ihm schwer, aufrecht zu sitzen. Am zweiten Tag konnte er aber mit seinem Infusionsständer schon wieder selbstständig ins Bad gehen.
Natürlich möchte ich Euch keine Empfehlung geben. Ich kann verstehen, dass es sowohl für Dich als auch für Deinen Vater schwer ist, man geht ja gewissermaßen vorübergehend weg. Man hat das Gefühl, man liefert sich in dem Moment völlig den Ärzten aus. Auch ist es nicht wirklich ein schöner Anblick, wenn der Angehörige zwischen den Gerätschaften so völlig teilnahmslos an den vielen Schläuchen hängt. Allerdings ist diese Atemnot Stresssituation pur.
Bei uns denke ich rückblickend, dass es auf jeden Fall die richtige Entscheidung war. In Würzburg auf Intensiv kamen zwei Patienten auf einen Pfleger und die Versorgung war wirklich sehr gut.
LGe
Monika
~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~