Hallo Lothar,
geht Deine Frau nach der Chemo nicht wenigstens 1x zwischendrin zur Kontrolle des Blutbildes? Dann müsste man nicht über Vermutungen sprechen, sondern hätte Fakten, die Konsequenzen nach sich ziehen: Was das Vorgehen bzgl. der Anamie darstellt.
>sie vermutet der HB Wert ist wieder im Keller, morgens hat sie >starke Kopfschmerzen. mittwochs gebe ich ihr eine Eisen
>Spritze Silopo 30.000 I.E. dies schon 7 x
>warum hilft dies vermutlich für einen besseren HB Wert nicht?
Es handelt sich hierbei nicht um Eisen, sondern um EPO (Erythropoietin), einen Wachstumsfaktor für die Blutbildung.
Das macht nur dann einen Nutzen wenn
-entweder die Niere soweit geschädigt ist, dass sie kein eigenes EPO mehr bildet
-oder das Knochenmark noch soweit frei ist, daß es sich hierdurch stimulieren läßt.
Anhand der Blutwerte muss der Onkologe wohl seine Gründe hierfür gefunden haben. Sollte sich jetzt keine Hb-Anhebung finden, kommt man um eine Ery-Gabe nicht herum. Nebenbei muss man erst ab ca. 25 Konzentraten an eine Überladung denken. Und dies geschieht nicht plötzlich. Das Risiko ist also nicht besonders groß und steht in keinem Verhältnis zu dem aktuen Nutzen, den Deine Frau hätte. Auch die Kopfschmerzen könnten dadurch MÖGLICHERWEISE schneller weniger werden. Kann natürlich auch div. andere Ursachen haben.
>wie oft kann, sollte eine Bluttransmission gemacht werden?
>Prednison ist doch auch Kortison, ist Dexa besser?
Dexa ist stärker wirksam. Hier die Umrechnung:
win2079.informatik.uni-wuerzburg.de/login/n/h/31_1.htm
100 mg Pred entsprechen also UNGEFÄHR 25 Dexa.
Somit wäre die Dosis wohl o.k. Allerdings gibt es noch andere Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Möglicherweise bietet Dexa bei entprechender äquivalenter Dosierung Vorteile bzgl. der Nebenwirkungen, Kopfschmerzen o.ä. Ein Versuch wäre es wert.
Macht Euch doch noch einmal schlau zur begleitenden Therapie mit Curcumin. Muss ja jeder für sich selbst entscheiden, aber Curcumin verstärkt die Wirkung der Chemo und mildert die NW. Die Halwertszeit von Bendamustin beträgt nur 30 min. Nach einem Tag ist also so gut wie nichts mehr im Blut vorhanden und man könnte mit einer begleitenden Therapie beginnen (und 24 Std. vor der nächsten Infusion wieder aussetzen).
Es gibt zahlreiche Berichte über den Nutzen, die auch hier im Forum sehr eingehend diskutiert werden. An dieser Stelle auch noch einmal meinen besonderen Dank an Rudi, dessen unermüdliche Recherche auf diesem Gebiet uns auf diese Idee gebracht hat!!!
Da es hierfür jedoch keine ärztliche Empfehlung gibt, macht man dies in eigener Verantwortung. Ärzte würden ihr Einverständnis wohl kaum geben, wenn man sie involviert. Aber die Verantwortung trägt jeder ohnehin für sein eigenes Leben.
Euch alles Gute für Montag.
Und wie gesagt: Alles braucht seine Zeit. Auch die Erys brauchen mindestens 10 Tage, bis sie bei freierem KM wieder in die Blutbahn abgegeben werden können.
Gruss, Miri