Hallo in die Runde
vielleicht kann ich ein wenig dazu beitragen, wann und wie Revlimid weiterhin gegeben werden kann und wann nicht.
Revlimid ist derzeit in Europa zugelassen für die Behandlung nach einem Rezidiv sowohl in klinischen Studien als auch in sog. „Compassionate Use Programmes“. Unter „Compassionate Use“ versteht man „den Einsatz (noch) nicht zugelassener Arzneimittel an Patienten in besonders schweren Krankheitsfällen, die mit zugelassenen Arzneimittel nicht zufriedenstellend behandelt werden können. In der deutschen Sprache wird das auch als „individueller Heilversuch“ bezeichnet (vgl.
de.wikipedia.org/wiki/Compassionate_Use
)
Das heißt, niemand, der/die bisher in den o.g. Fällen - also in Studien oder im individuellen Heilversuch - behandelt wird, muss auf Revlimid verzichten, wenn ärztlich indiziert.
Mehr dazu findet ihr auch auf der (englisch sprachigen) Homepage der EMA unter
www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pag...d=WC0b01ac058001d128
Diesen Anwendungsfällen gegenüber hatte Celgene bei EMA, der europäischen Arzneimittelbehörde, eine generelle Marktzulassung als Erstlinientherapie und als Erhaltungstherapie, d.h. über die o.g. Anwendung hinaus, beantragt und diese nun zurückgezogen. Eine Marktzulassung bedeutet, dass ein Medikament generell für definierte Erkrankungen verschrieben werden kann und z.B. in Apotheken erhältlich ist (vgl. auch
de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelzulassung
)
Die Erhaltungstherapie bedeutet gegenüber einer Konsolidierungstherapie, dass ein Arzneimittel nicht nur für wenige Wochen/Monate gegeben wird, um z.B. die Ergebnisse einer Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation noch zu verbessern (Konsolidierung), sondern fortlaufend eingenommen wird (Erhaltung) vgl. auch
flexikon.doccheck.com/de/Erhaltungstherapie
Alles in allem: ärztliche Verordnung vorausgesetzt, muss nach meinem Verständnis niemand auf die bisherige Behandlung mit Revlimid verzichten. Welcher „Fall“ für euch zum Tragen kommt, müsst ihr mit eurem behandelnden Arzt klären. Ich bin sicher, dass es eine jeweilige Lösung gibt.
Lisa