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thea antwortete auf Umgang mit der Diagnose
15 Dez. 2010 08:22
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    03 November 2009
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Hallo Lufi,
es wurde ja schon alles super dokumentiert, kann mich dem nur anschließen.Ich bekam 2004 meine Diagnose.Ich war 35, mein jüngster Sohn damals 2 Jahre alt.Ich hatte nur noch ?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????? im Kopf, Angst, dann KAMPF, Verdrängung, dann akzeptieren- einen Pakt schließen.:roll:
Ich sage meinem Mitbewohner immer, wenn er mich nicht leben lässt, dann muss er auch mit !!!

Aber ich will nicht alles mit einem "Grinsen" abtun, denn es gibt immer Zeiten, wo man in ein tiefes Loch fällt.Zur Zeit geht es mir auch nicht gut, Lungenentzündung, Schmerzen...Ich dachte so, nun habe ich langsam den Kanal voll, ohne Schmerzen sein, Ruhe haben....????? Aber eigentlich will ich noch viel erleben und mitmischen !!!! Ich besinne mich dann immer auf andere. Viele haben ein "Päckchen" zu tragen.Also nach vorn schauen und nach der Devise: Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren !!!!!!!
Also, ich wünsche dir Kraft und auch nicht vergessen, wie weit die Medizin schon ist, das sah vor nicht langer Zeit auch noch anders aus !!!!!
LG, Thea

elisea antwortete auf Umgang mit der Diagnose
14 Dez. 2010 21:42
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Hallo Harry,
ja, es ist ein Schock, die Diagnose zu hören.
Ich bekam sie 2004 mit starker Wirbelsäulenbelastung, folgend Wirbelsäulen-OP mit Titanimplantat und dann dort Bestrahlung, das ging nach jahrelangen Rückenschmerzen dann alles zack,zack.
Erst als das hinter mir lag, konnte ich mich wieder meiner bisherigwen lebenslangen Stärke besinnen. Ich wollte n icht die scheinbar wenige Zeit, da ja unheilbar, in Tränen und Depression verbringen und meiner Familie und damit in Rückwirkung mir selbst auf den Nerv fallen. Suchte mir einen Psychoherapeuten, wohl wissend, daß der mir nicht meinen Krebs nehmen kann, aber die verbleibende Zeit kraftvoller erleben lassen kann. Ergebnis ist ein gelassener Umgang mit den jährlich folgenden OP, der HD mit SZT und tatsächlich bewußterer Umgang mit den Tagen, Wochen, Jahren. Ja, Jahren. Ich versuche immer, ein Ziel in dichterer Ferne zu haben, sei es ein Hotelaufenthalt, ein neues Auto, eine Kurzkreuzfahrt oder auch länger, ein Spaziergang nach dem Krankenhaus, ein selbst gekochtes Essen nach dem Krankenhausessen und vor allem genieße ich das Ansehen der Drolligkeit meiner Enkelkinder. Ich organisiere das Weihnachtsfest, auch wenn es mich vielleicht etwas in der Durchführung überfordert, da bleibt dann keine Zeit für traurige Gedanken, wenn ich selber den Braten machen muß. Vor allem lasse ich die Pedanterie im Haus, es geht auch mit weniger geputzten Fenstern usw.
Aber das ist zuerst alles sehr fern.
Ich vertraue meinen Ärzten, aber hinterfrage und informiere Dich. Das eine schließt das andere nicht aus.
Mir half das Lesen im Forum, die Telefonate mit Betroffenen und , wie makaber, der Tod eines Nachbarn, an den Folgen einer Knie-OP. Mir wurde plötzlich mit Wucht bewußt, andere sterben auch, ohne Krebs zu haben. Ich ordnete meinen Nachlass und seitdem lebe ich relativ gelassen, erlaube mir auch mal zu explodieren, habe natürlich zunehmende Schmerzen, eins kommt zum anderen, aber doch bei den Gesunden auch. Kurz gesagt, man hat Tiefs aber auch die Hochs kommen wieder.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir, dass Du nicht nur eine Familie oder einfühlsame Freunde neben Dir hast, sondern dass Du die Hoffnung nie aufgibst.
Alles Gute für Dich
elisea

joseph antwortete auf Umgang mit der Diagnose
17 Nov. 2010 23:18
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Hi Lufi

Ich war erst 44, fast 45 ...............harter Zusammenschlag, also hätt mich jemand KO geschlagen

Heut 50, tolles Leben mit meinem Partner MM und meiner Frau

Mein Therapieweg steht drunter, du siehst, es geht

Nur wer aufgibt, ist verloren, wer leben will, der findet den Weg, den er gehen könnte

Nicht immer stimmt meine Aussage, aber sehr oft

Liebe Grüsse

Joseph

christine antwortete auf Umgang mit der Diagnose
17 Nov. 2010 20:51
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Hallo Harry
...ist ein bisschen lustig mit den Schuhen: Als ich kurz nach meiner Diagnose einen mir bekannten "MM`ler" neue Schuhe kaufen sah, war ich sehr zufrieden und wesentlich zuversichtlicher als zuvor. Es macht froh mit guten Beispielen und Geschichten von Menschen, die laaaaange leben und halt ab uns zu Schuhe kaufen:-)

Lieber Luffi,
mir (50) graut heute mehr vor der Zeit (2007), als ich vor Angst nicht schlafen konnte als vor der möglichen Behandlung. Leider ist das normal - das Gefühl morgens aufzuwachen und plötzlich zu fassen,dass man nicht im falschen Film war. Dieser Zustand wie in Watte, die Distanz zum eigenen Körper (das kann doch nicht ich sein...) und zu der eigenen Familie......

Luffi, durchhalten!!!!! Ich habe damals für eine kurze Zeit Schlaftabletten genommen um nicht völlig durchzudrehen. Heute kann ich ganz normal darüber reden, erzähle aber nur von der diffusen "möglicherweise blutkrebsartigen Vorstufe" So genau braucht es meine fernere Umwelt ja auch nicht zu wissen. Mir geht es sehr gut, ich bin nie krank und bin wesentlich mehr ausgeglichener als vor wenigen Jahren.

Gruss aus Oslo








Harry antwortete auf Umgang mit der Diagnose
17 Nov. 2010 13:50
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Hallo Lufi,
die Diagnose haut einen erst mal um. Mein erster Gedanke war: Du brauchst Dir gar keine neuen Schuhe mehr zu kaufen es ist sowieso bald vorbei. Nun sind sechs Jahre vorbei und ich habe mir in der Zeit neue Schuhe, ein neues Auto etc. gekauft. Mit der Zeit lernt man mit der Krankheit zu leben. Wichtig ist ein gutes Umfeld (Familie, Freunde) und mir hat auch ein Psychologe geholfen. Nimm alle Hilfe in Anspruch, auch das Forum hier steht Dir mit Rat und Tat zur Seite.
Weiterhin alles Gute wünscht Dir Harry

dietmar antwortete auf Umgang mit der Diagnose
15 Nov. 2010 09:07
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Hallo Lufi,

vor ziemlich genau einem Jahr, damals 53-jährig, war ich in vergleichbarer Situation. Mir hat damals geholfen:
- mit meiner Frau und mit guten Freunden über die Situation zu sprechen
- mich ausführlich sowohl über die Krankheit als auch über den Umgang anderer mit Krebserkrankungen zu informieren (da ist mir u.a. das Forum hier sehr wichtig, ein fast täglicher Begleiter geworden)
- meine Gedanken aufzuschreiben, das hilft mir oft, mich zu klären
- mir fachliche, d.h. psychotherapeutische Hilfe zu holen. Neben dem vertrauten Kreis, der ja immer auch ein Kreis von z.T. stark Mitbetroffenen ist, brauchte ich die Möglichkeit, meine Gedanken und Befürchtungen im Kontakt mit einem nicht in der Weise Mitbetroffenen auszuleuchten.
Geholfen hat mir auch das Wissen um einen Phasenverlauf, wie er häufig bei der Einwirkung und Verarbeitung von Trauerfällen oder Traumata (beides ist finde ich einer Krebsdiagnose vergleichbar) beschrieben wird. Es tröstet, mit dem Phsenverlauf die Aussicht zu haben, nach der Phase des Schocks, der Verzweiflung o.Ä. auch wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen zu können. Idealerweise stellt sich eine neue Normalität nach geglückter Trauer/Traumaverarbeitung ein. Das ist bei mir auch nach einem Jahr ganz sicher noch nicht der Fall. Meine Auseinandersetzung mit diesem Zustand der ständigen Bedrohung mit lebensbedrohender Verschlechterung - ich vergleiche ihn mit dem mutmaßlichen Erleben eines HIV-infizierten, der um den Virus in sich weiß, dessen Erkrankung aber noch nicht symptomatisch geworden ist- unterliegt weiterhin starken Schwankungen zwischen irgendwie tieferem Lebensgefühl, depressiven Einbrüchen und Ängsten.
Einen etwas anschaulicheren Einblick in meinen Umgang mit der Situation können vielleicht die folgenden Textstellen aus den ersten drei Monaten meiner Krankheitsverarbeitung geben:
"1. Phase (von der ersten Verdachtsdiagnose durch den diagnostischen Prozess): die Beschäftigung mit der Diagnose und den Implikationen läuft immer mit, bewusst und unbewusst. Ein Teil des „Arbeitsspeichers“ ist permanent mit diesem „Programm“ belegt. Dadurch steht für die anderen Aufgaben im Leben nicht mehr so viel Kapazität zur Verfügung: ich bin schneller müde, schnell reizbar („ganz kurze Zündschnur“), schaffe komplexere Aufgaben nicht oder nur mit Mühe. Die bewusste Beschäftigung mit der Diagnose erfolgt am Anfang beinahe täglich, aber zeitlich abgegrenzt, schubweise, vornehmlich durch Lesen entsprechender Broschüren und Internetforen. Zwischendrin der Wunsch, beinahe der Impuls, das Ganze abstreifen zu können wie einen Alptraum, der doch nicht wahr sein kann. Bei der Mitteilung an Freunde und Verwandte kommen mir immer mal wieder die Tränen, wenn ich die Diagnose offenbare. Viele bieten Hilfe an, blanko. Durch die wiederholte Information der Freunde über die Krankheit durch mich werde ich aber auch mit Einzelheiten der Erkrankung vertrauter. Und diese Versachlichung führt von dem betroffenen emotionalen Erleben weg. Dann bin ich Dozent, nicht mehr Betroffener. ...
2. Phase: ich strebe zurück in die Normalität. Mein Bild von der Verarbeitung orientiert sich an dem Phasenerleben bei der Bewältigung von Verlusten, wo es irgendwann auch eine neue, den Verlust integrierende „Normalität“ gibt, wenn die Verarbeitung gelingt. Während es in der 1. Phase eher die Ausnahme war, die ich etwas verwundert registriert habe, wenn ich das Gefühl hatte, mich wieder „ganz der Alte“ (was vor allem meint: der ohne die schwelende Bedrohung, der vor der Diagnose) zu fühlen, nehmen die Zeiträume jetzt zu, und ich erlebe es als etwas Wohltuendes, Erstrebenswertes, z.B. mich wieder wie „vorher“ in der Arbeit zu fühlen. Dazu kommt: auch bei den Untersuchungsergebnissen kommt nicht mehr so viel und so häufig was Neues, der „Nachrichtenwert“ nimmt ab....
3. Phase (ca 3 Monate nach Erstdiagnose): wieder bin ich betroffen von der Selbstverständlichkeit, mit der der Onkologe vom Fortschreiten der Krankheit ausgeht. Und dann kommt noch der leichte IgG-Anstieg dazu, die Aussagen des Onkologen unterstreichend. Mir wird deutlich, dass ich nicht wieder „der Alte“ werden werde, dass ich die Erkrankung immer dabei habe, nicht nur als Wissen, sondern auch spürbar als etwas Energiebeanspruchendes. Ich reagiere depressiv einbrechend."
Soweit aus meinen Notizen der ersten drei Monate. Inzwischen habe ich insgesamt sicher besser gelernt, mit dieser Diagnose zu leben, aber "normal" ist noch nichts.
Dir drücke ich die Daumen, dass Du wirksame Hilfsmöglichkeiten findest bei der Verarbeitung der Diagnose. In diesem Sinne herzliche Grüße
Dietmar