Hallo,
die ja ursprünglich mit der Motivation gestartete Thread, die Chance auf eine Erwerbsminderungsrente beim MM auszuloten, hat m.E. sehr schön viele Untiefen des Rentenversicherungssystems gezeigt. Die Leute mit einer Teilerwerbsminderungsrente, die ich kenne, arbeiten halbtags, also lediglich 4 Stunden. Natürlich ist damit das Einkommen auf Dauer geringer, und für diese Leute ist es gut, wenn sie sozusagen als Standbein die Sicherheit der regelmäßigen Rentenbezüge haben. Jetzt kann man natürlich ganz grundsätzlich überlegen, wie man denn seine Zukunft am besten finanziell absichert. Je nach Alter und Gesundheit gibt es da unterschiedliche Denkmodelle. Die jungen Gesunden denken wohl eher langfristig und können damit auch mit Immobilien oder Aktien herummachen oder sogar - je nach persönlicher Voraussetzung - bestimmte Beträge freiwillig in die DRV einzahlen, um zusätzliche Rentenpunkte zu erwerben. Damit kann man ja auch Hinterbliebenen-Renten etwas pushen, das ist sinnvoll, wenn man jung ist und Kinder hat.
Für mich haben sich langfristige Geld-Anlage-Denkmodelle mit dem MM erledigt, einfach deswegen, weil ich nicht weiß, wieviel Zeit mir noch bleibt. Lebensqualität jetzt heißt für mich auch, dass genügend Gelder jetzt, und nicht erst in der Zukunft zur Verfügung stehen sollten. Vielleicht auch: lieber etwas weniger Moneten jetzt, und damit gönne ich mir aktuell was, als etwas mehr Kohle später, wobei "später" eben ungewiss ist. Man kann ja auch einfach Geld ohne Risiko auf ein Tagesgeld-Konto anlegen und es sich immer dann selbst auszahlen, wenn man es braucht. Also auch mal größere Beträge. Gibt ja gerade sogar 1-2 % Zinsen.
Lieber Peter_F, vielen Dank für die aktuelle Information über die komplexe Problematik der Wechselbeziehungen zwischen Krankengeld, Abfindung, GDB usw. "Am Ende des Tages", wie man heute so schön sagt, wirst Du dann wohl auch genau ausrechnen, was für Dich finanziell interessanter ist. Ich wünsche Dir - egal, wie Du Dich entscheidest - das alles für Dich gut ausgehen wird. Und Du dann den Kopf frei hast für das, was wirklich wichtig ist.
Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)