Hallo Flusenkaiser,
hier auch ein bisschen Senf von mir.
Auch wenn es sich bei dir im besten Fall nicht zu einen behandlungspflichtigen MM weiterentwickelt, so musst du dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass deine Leistungsfähigkeit auch als Smouldering MMler nachläßt.
Falls das schon in der Probezeit oder bei einem befristeten Vertrag auffällig wird, dann sieht es ganz schlecht für dich aus. Da stehst du dann mit wenig sozialer Absicherung im Regen. Wie Mira schon bemerkte.
Nicht nur der neue Arbeitgeber, sondern auch die neuen Kollegen, könnten auch generell nachtragend reagieren. Nicht jeder begegnet kranken Kollegen wohlwollend – das Gegenteil ist oft der Fall, wenn andere auf der doppelten Arbeit sitzen bleiben. Egal ob du das vorher gesagt hast, gesagt haben müsstest oder nicht.
Überlege Dir gut selbst, in welchem Job Du mehr Verständnis erntest, wenn Du mal 2-3 Wochen krankgeschrieben bist, wo andere dann eher leicht für dich einspringen können, ob Deine Arbeit immer dringende Handlungen erfordert oder auch mal 2 Wochen liegen bleiben können. Wo gibt es ggf. auch einen Betriebsrat, der dich im Notfall besser unterstützt?
Als SMMler wirst Du auch Schwierigkeiten haben, den Status "Schwerbehinderung" = GdB 50 oder mehr zu erreichen. Insofern auch keinen richtig dollen Kündigungsschutz - evtl. im Gegenteil: Arbeitgeber haben irgendwann auch Recht auf krankheitsbedingte Kündigung.
Falls Du eine private Berufsunfähigkeitsversicherung hast: wenn du dann berufsunfähig wirst, wird die Versicherung unangenehm nachfragen, warum du denn nach so schwerwiegender Erstdiagnose in einen Job mit noch stärkerer Herausforderung gewechselt bist. Könnte auch eine BU-Rente gefährden, bzw. zur Beurteilung der BU könnte der alte Job herangezogen werden, nicht der neue.
Ich würde dir in Summe auch raten, eher kürzer zu treten, die bestehende Sicherheit zu bewahren. Auch wenn es schade ist.
Liebe Grüße Gex
Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR