Liebe Virginia,
die Krankheit ist geprägt von einem ständigen Auf und Ab. Immer wenn ich gedacht habe jetzt ist es gut, kam ein großer Dämpfer. Vor drei Jahren dachte ich, es ist das Ende. Ich konnte gar nichts mehr nach einem dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt. Im Krankenhaus habe ich dann zu meinem Mann gesagt, ich will zuhause sterben. Zuhause habe ich mich dann langsam - war ein kompletter Pflegefall - wieder erholt. Ich lernte wieder Laufen und die Treppe hinuntergehen. Heute geht es mir wieder verhältnismäßig gut und ich spiele sogar wieder ein bisschen Tennis, obwohl meine Knochensituation - von den vielen Brüchen - nicht besonders gut ist.
Also nicht den Mut verlieren, es wird wieder besser. Viel hat mir die Familie geholfen und meine Enkelkinder, mit denen ich viel Zeit verbringe. Aber auf alles was dir lieb ist verzichte nicht. Es hilft, die Laune zu verbessern auch wenn man den ehemaligen Status leider nicht mehr erreicht.
Ich habe festgestellt, je selbstverständlicher man mit der Krankheit umgeht, so akzeptieren die anderen auch das. Ich rede darüber und das hilft mir. Gute Freunde bleiben und die anderen brauch man eh nicht. Ganz wichtig ist die Familie.
Versuche - etwas abgemildert - die Sachen zu machen die dir Spaß machen und du wirst merken, es geht irgendwie.
Ich wurde sogar ziemlich angefeindet weil ich wieder ein bisschen Tennis spiele, wie kann man nur wenn man so krank ist und schon so viele Brüche hatte. Ich kann auch auf der Straße hinfallen oder sonst wo. Ich habe einen sehr verständnisvollen Professor der sagt, machen Sie nur, aber nicht unter Druck.
Mein Mann sagt auch immer, mache nichts, wozu du keine Lust hast und ich halte mich daran. Man hat schon Depressionen, hatte und habe ich auch. Man darf sich aber nicht verschlingen lassen.
Liebe Grüße
Renate