Liebe Christine,
Das ist ja nun ein weites Feld mit Umwelt und wahr genommen werden.
In Deutschland bin ich aus dem Rennen, wenn Jemand erfährt ich bin krank.... Das darf auf der Arbeit Niemand erfahren, ich habe ja im Vertrag schriftlich, ich darf nicht krank werden, dann bekomme ich kein Geld..... Ich arbeite im Honorarvertrag. Krank, aus weg vom Fenster, Kunst ist ein hartes Pflaster.
Man ist allerdings im Rennen bei Behandlungen, wenn man dann eine Diagnose hat und nicht als Psychopath oder Simulant, "Sie müssen lernen, mit den Schmerzen zu leben" ect. dargestellt wird.
In Meinem Falle war die Diagnose Schlüssel zu regelmäßigen manuellen Therapien und Lymphdrainagen, die mir den Alltag erleichtern. Vorher habe ich ungefähr mit 5 verschiedenen Ärzten gearbeitet, um regelmäßig an Rezepte zu kommen...
- Auf dem Flughafen würde ich einfach gern einen Behindertenausweis zeigen, weil die mir nicht glauben, wenn ich sage, das ist eine Krankheit.
So muß man die Vor- und Nachteile der Krankheit im Leben mischen, um durch zu kommen.
Das Berufsleben brauche ich zum Überleben für das Dach übern Kopf, auch weil es manchmal tolle Aufträge gibt, an die ich allerdings momentan nicht so rankomme.....die mich so ausfüllen, dass ich mir keinen besseren Beruf vorstellen kann.
Ich habe aber auch so viele Ideen, die ich gern frei realisieren würde, dass ich sehr gern Rente hätte, weil das meine soziale Unsicherheit als Störfaktor meiner Psyche schon einmal weg nähme.
Wäre sinnvoll für den Heilungsprozess, wenn es den denn gibt....?!
Auch sinnvoll, für Behandlungen, da ich dann vielleicht mal einen Ort zum leben hätte und nicht ständig umziehen müßte.....
Momentan kann ich gar nicht "richtig" krank sein, deshalb vermeide ich es auch zum Arzt zu gehen ( wo und zu welchem?), weil meine Lebenssituation auf tönernen Füßen steht......
Sowas wie Chemo und was so ansteht. Wo soll ich denn die nehmen???????? Wie würde man einen Port unter die Haut bekommen, die wie zu kurzes Leder ist???
So ist das bei Randgestalten der Gesellschaft, wie ich eine bin. Einsame Wölfin, Alphatier ohne Herde, Kopfmensch mit viel Bauchgefühl...
Ich bin schon einmal aus der Karrierekurve geflogen, weil ich mich für meine Kinder entschieden habe. Das hat mich krank gemacht, irgendein Job zum Geld verdienen, damit es für die Miete reicht.....
10 Jahre später habe ich erneut mit meinem Beruf angefangen( im Wissen um MGUS), was schon ein Wunder ist in der Branche, die kann ich nur in Richtung Rente beenden, da gibt es keine Rückkehr nach einer Chemo oder so mit Ende 50.
So realistisch kann man das Ganze auch bedenken.
Wirtschaft hin oder her, meine Berufe braucht keine Wirtschaft, die sind unwirtschaftlich, kopfert, etwas für die Seele.
Die Wirtschaft geht sowieso irgendwann baden, wenn sie mal merkt, dass das ganze Konsumdenken nichts bringt, als Müllberge, es kein Wachstum mehr geben kann, weil sie eben ausgewachsen ist, und man vielleicht anfangen sollte zu bedenken, was die Welt und die Menschen wirklich brauchen. Laubpuster????
So jetzt habe ich aber weit ausgeholt und hier bleibt alles wichtige liegen, Schlampe ich -
laßt es euch gut gehen, macht alles richtig und habt Euch lieb, vielleicht drückt mich auch mal Einer.....
Alles Liebe von Angela