Hallo allerseits,
ich finde die Diskussion ganz interessant, vor allem, weil einige Zeit lang Leute im Forum dominierend waren, die von beruflicher Tätigkeit abrieten.
Ich denke auch, dass es jeder für sich entscheiden sollte.
Ich bin 56 Jahre alt und gehe seit reichlich 2 Jahren wieder voll arbeiten, sogar in einer neuen Firma. Das ist für mich ein großes Glück, denn meine Chefin weiß von der Erkrankung.
Die ersten Therapien hatte ich ambulant ohne Krankschreibung.
Im Jahr der beiden HD-Chemos mit autologer Stammzelltransplantation war ich allerdings längere Zeit krank geschrieben - mit Kur und Wiedereingliederung verging rund ein dreiviertel Jahr. Dann arbeitete ich erst mal Teilzeit (30 Stunden pro Woche).
Durch Schwierigkeiten der alten Firma hatte ich längere Zeit Kurzarbeit bis hin zur Untätigkeit. Da hatte ich deutlich das Gefühl, dass ich u.a. als Kranke aussortiert wurde.
Überraschend kam dann die Gründung der neuen Firma, in die ich glücklicherweise aufgenommen wurde.
Jetzt habe ich noch rund 7 Jahre bis zur Rente (früherer Rentenbeginn durch Schwerbehinderung). Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich die Zeit erleben werde. Seit Juli 2008 bin ich in sehr guter partieller Remission und hoffe, dass die Remission noch lange anhält.
Ansonsten führe ich ein völlig normales Leben und war letztes Jahr durch Knieprobleme (Arthrose) mehr beeinträchtigt als durch das Myelom.
Diese Probleme sind jetzt erst mal überwunden.
Ich lebe durch das Myelom viel bewusster und nehme mir Zeit für meine Interessen (Musik und Sport). Glücklicherweise kann ich den Gedanken an die Krankheit meistens verdrängen, weil es mir einfach gut geht.
Auf die nächsten interessanten Jahre!
Ich weiß, dass nicht alle so viel Glück wie ich trotz der Diagnose haben.
Aber ich möchte gern etwas Optimismus verbreiten.
Gerda