Infektionen sind häufigste schwere Komplikation bei CAR-T-Zell-Therapien
Forscher der Uniklinik München (LMU Klinikum Med.Klinik III) haben die Ursachen der Sterblichkeit nach der CAR-T-Therapie analysiert
Es zeigte sich, dass der häufigste Grund für diese Sterblichkeit nicht, wie gedacht, CAR-T-spezifische Nebenwirkungen wie der Zytokinsturm oder schwere neurologische Symptome, sondern schwere Infektionen sind.
• 11 Prozent der dokumentierten Todesfälle gehen zurück auf die typischen CAR-T-Nebenwirkungen wie Zytokinsturm oder schwere neurologische Symptome
• Über 50 Prozent gehen zurück auf Infektionen.
Die Studie wurde kürzlich im renommierten Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlicht.
In letzter Zeit wurde viel darüber diskutiert, dass mit CAR-T-Zellen behandelte Patienten nach der Therapie an einem anderen Krebs sterben könnten. Hierzu gibt es viel unterschiedliche Meinungen in der Fachwelt.
Dr. Santos, Dr. Tobias Tix und Dr. Kai Rejeski vermuten,
• dass von diese Sekundärtumore weniger die Gefahr ausgeht und sie nicht direkt durch die CAR-T-Zell Therapie ausgelöst werden.
• Ursachen für die Zweittumore könnten eher das Alter und die vielen Vortherapien sein.
Das Team um Dr. Rejeski hat in einer Metaanalyse 46 Studien ausgewertet. Hier waren über 7.600 Patienten mit verschiedenen Leukämien und Lymphomen eingeschlossen. Wie viele Myelompatienten an diesen Studien teilgenommen haben, geht aus dem Bericht nicht hervor.
• „Die CAR-T-Produkte unterschiedlicher Hersteller sind mit einer unterschiedlich hohen Sterblichkeit assoziiert“, sagt Dr. Rejeski. Um dies genauer zu einzuordnen, seien aber weitere Studien erforderlich.
Fazit von Dr. Kai Rejeski :
• „Der Nutzen der CAR-T-Therapie überwiegt die Risiken bei Weitem. Dennoch müssen wir uns intensiv mit ihnen beschäftigen, um die Ergebnisse für unsere Patienten kontinuierlich zu verbessern.“
• „Unser Augenmerk muss in Zukunft vor allem darauf liegen, Infektionen von vornherein so gut wie möglich vorzubeugen, sie frühzeitig zu erkennen und Infektionen auch in Studien präziser zu beschreiben. Da geht es definitiv um die Schaffung eines Problembewusstseins.“
Link zur Website (Anmeldung zum Newsletter ggf. erforderlich)