Risiken- und Prognoseabschätzung mit Hilfe des RMC - Indexes
Risiken und Prognose lassen sich mit Hilfe des "Revised Myeloma Comorbidity Index" gut abschätzen.
Die Universität Freiburg hat die Daten von 1.080 neu diagnostizierten MM-Patienten verglichen.
Bei einem Vergleich mehrerer, international verwendeter Scores zur Einschätzung der Prognose und des Risikos von Patienten mit Multiplem Myelom hatte der R-MCI (revised Myeloma Comorbidity Index) die geringsten Abweichungen zwischen retrospektiver (zurückblickender / Begleiterkrankungen erfassender) und prospektiver (vorausschauender / hypothetischer) Zuordnung in die Risikogruppen, wie Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze im Ärzteblatt im Juni berichtet.
(Scores = Programme zur Berechnung eines Risikos)
• Begleiterkrankungen haben prognostische Relevanz und könne eine Vorhersagevariable für Therapieverträglichkeit und Überleben sein.
• Die Anwendung solcher Scores kann ein Schritt hin zu mehr evidenzbasierter Risikoabschätzung bei Myelompatienten sein.
Beim R-MCI werden Faktoren, wie
Lungen-,
Nierenfunktion,
Karnofsky Performance Status („Karnofski Index“ bei Krebserkrankungen),
körperliche Gebrechlichkeit,
Alter und
Zytogenetik
einbezogen.
(Karnofsky-Index = eine Skala, mit der symptombezogene Einschränkung der Aktivität, Selbstversorgung und Selbstbestimmung bei Patienten bewertet werden)
Im Vergleich lagen die 4 international verwendete Komorbiditäsindexe und ein weiterer Risikoprofilscore:
R-MCI (Revised Myeloma Comorbidity Index)
IMWG (International Myeloma Working Group Frailty Index)
CCI (Charlson Comorbity Index)
Mayo Risk Score
und der
MRP-Score (Myeloma Research Alliance Risk Profile Score)
Genaueres zu den Ergebnissen wurde ebenfalls am 1. April 2024 in PubMed in englischer Sprache veröffentlicht.
Bericht aus dem Ärzteblatt
pdf-651Risiken und Prognose_Revised Myeloma Comorbidity Index Ärzteblatt Juni 2024