Hallo zusammen,
nun hat auch mich (M45) das mich das Thema MGUS erwischt. Ich war Anfang des Jahres beim Neurologen wegen Missempfindungen in den unteren Extremitäten. Dort entdeckte man bei der Ursachenforschung eine monoklonale Gammopathie. Ein paar Monate Diagnostik später stehe ich mit einem MGUS IgG-Kappa da. Ihr könnt euch möglicherweise vorstellen, dass mich das Ganze sehr wurmt, nachdem mein Vater 2018 an einem Multiplen Myelom verstorben ist - ich erinnere mich noch genau, wie ich neben meinem Vater in der Sprechstunde der Myelomambulanz saß, als man ihm eröffnete, dass man nun alle therapeutischen Optionen ausgeschöpft habe.
Die Blutwerte haben sich von April bis Juli wie folgt verändert (nur die Ausreißer bzw. direkt relevanten Werte):
CRP: 0,89 -> 1,37 mg/l
LDH: 4,14+ -> 4,16+ [Einheit unleserlich]
Eosinophile: 0,7% -> 6,7%+
Basophile: 1,0% -> 1,3%+
Gesamteiweiß: 83,6+ -> 72,5 g/l
Albumin: 57,6++ -> 45,4 g/l
Kappa (Serum): 15,81 -> 18,75 mg/l
Lambda (Serum): 16,71 -> 17,02 mg/l
Quotient Kappa/Lambda: 0,95 -> 1,1
Im Spontanurin:
Alpha1-Mikroglobulin: 13,0+ -> <5,0 mg(?)/l
IgG: 8,9+ -> <7,0 mg(?)/l
Kappa: 54,66+ -> 18,7 mg/l
Lambda: 10,47 -> 3,63 mg/l
Quotient Kappa/Lambda: 5,22 -> 5,15
Ich zitiere desweiteren aus dem Bericht der Kochenmarkbiopsie (eventuelle Schreibfehler sind dem OCR geschuldet):
Immunphänotypisierung aus dem Knochenmark:
Bewertung:
Durchflusszytometrisch bei einer anamnestisch bekannten MGUS neben wenigen polyklonalen Plasmazellen (0,2%) Nachweis von 0,5% monoklonalen Plasmazellen (K+) mit CD19 Verlust. Eine Knochenmarkinfiltration durch Zellen eines Multiplen Myeloms kann nicht ausgeschlossen werden, der Befund ist formal als MGUS zu bewerten. Eine genaue Quantifizierung der Plasmazellen ist jedoch wegen der Blutbeimengung im KM-Aspirat durchflusszytometrisch nicht möglich.
Molekulargenetische Untersuchung:
Beurteilung:
In der FISH-Analyse ergab sich an 25/100 durch CD138+Sortierung angereicherten Plasmazellen der Nachweis eines IGH::CCND1- Rearrangements bzw. einer Translokation
t(11;14)(q13;q32). Auf Deletion TP53(17p13), DLEU(13914)-Deletion und 1p32/1q21-Veränderungen ergab sich an je 100 Zellen kein Hinweis. Der Befund ordnet den Patienten der Gruppe mit Standardrisiko zu (Perrot et al., Journal of Clinical Oncology, 2019).
Histologische Begutachtung:
Material: Knochenmarkbiopsie.
Beurteilung: Geringgradig hypozelluläre Knochenmarkbiopsie mit trilinear ausreifender Hämatopoese, Plasmazellgehalt von 6 %.
Kommentar: Am hier vorliegenden Material bislang kein Anhalt für eine Plasmazellneoplasie, bei klinisch angegebenem MGUS und am hier vorliegenden Material technisch bedingter nicht Auswertbarkeit des Kappa:Lambda-Verhältnisses erfolgt sicherheitshalber eine weiterführende CISH-Untersuchung. Ein Nachbericht folgt.
Nachbericht:
Beurteilung: Geringgradig hypozelluläre Knochenmarkbiopsie mit trilinear ausreifender Hämatopoese mit Plasmazellgehalt von 6% ohne eindeutig nachweisbare Leichtkettenrestriktion.
Kommentar: Am hier vorliegenden Material kein Anhalt für eine Plasmazellneopläsie.
Alles in allem zum aktuellen Zeitpunkt vmtl. nicht weiter wild. Allerdings scheinen die Ärzte bzgl. der Polyneuropathie eher ratlos zu sein, da man sowas bei MGUS "eigentlich nicht hat". Und bzgl. der Translokation t(11;14)(q13;q32) und ihrem Risiko ist die Fachliteratur auch sehr heterogen.
Am Ende frage ich mich auch, was das Ganze am Ende ausgelöst hat. Nicht, weil ich die Vergangenheit ändern könnte, sondern weil ich mir vorstellen könnte, dass ein Meiden möglicher Trigger auch für die Zukunft vorteilhaft sein könnte, damit es dauerhaft oder so lange wie möglich beim MGUS bleibt.
Als mögliche Auslöser kommen IMHO in Frage: Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend regelmäßig mit Entzündungen des Mittelohrs und der Nasennebenhöhlen zu kämpfen und entsprechend oft auch Antibiotika verschrieben bekommen. Daneben ist meine Verdauung recht anfällig mit diversen Unverträglichkeiten/Reizdarm. Letztgenanntes Thema hatte auch meinen sein Leben lang begleitet. Und ich habe eine lange Liste von Allergien.
Ich würde mich über einen Austausch mit anderen Betroffenen freuen.
Merci für's Lesen,
Specialist