Guten Abend. Bei den Werten würde ich mir jetzt keine akuten Sorgen machen. Sind die Werte immer im gleichen Labor mit der gleichen Methode bestimmt worden? Schau bei deinem Laborbefunde auch immer auf die Referenzwerte, ob die gleich geblieben sind, wenn die Methode gewechselt wird, kann es andere Werte geben. Manchmal kommt auch eine andere Standardisierung mit geänderten Werten. Das sollte nicht bei den Immunglobulinen sein, aber kann bei den Freien Leichtketten und anderen Parametern passieren.
Bei mir waren die Werte in den 10 Jahren MGUS auch schwankend, und leicht steigend. Als es losging, hat sich mein IgA Wert innerhalb eines halben Jahres verdoppelt. Im Knochenmarksbefund kann man genauer beurteilen, wo du stehst.
Die Firma The Binding Site hat einen Test entwickelt, mit dem die genaue Beurteilung auch aus dem Blut ohne Knochenmarksbiopsie gemacht werden kann. Frag einmal nach, ob sie das auf der Uniklinik Innsbruck schon machen.
www.thermofisher.com/bindingsite/gb/en/news/exent-launch.html
Das Konzept ist, erst einmal eine Knochenmarksbiopsie zur Beurteilung zu machen und dann zur Verlaufskontrolle diesen Bluttest.
Wichtig ist, dass du einen MM Spezialisten/Spezialistin als Ansprechpartner/in für die nächsten Jahre hast. Solange der/die sagt, es ist MGUS, vergiss alles andere bis zur nächsten Kontrolle.
Rechne damit, dass du alle 6 Monate zur Kontrolle gehst und im Idealfall noch am gleichen Tag oder ein paar Tage später wieder beruhigt dein Leben leben wirst.
Früher konnte man nicht gegen HPV impfen und die Wahrscheinlichkeit, sich mit HPV und einer bösen Variante angesteckt zu haben, war groß. Die Wahrscheinlichkeit, ein Zervixkarzinom zu entwickeln war / ist vergleichbar mit ein MM aus einem MGUS zu entwickeln. Darum macht man ja Vorsorgeuntersuchungen und wartet nicht darauf, ob sich ein Tumor entwickelt.
Und wenn, sind, wie schon geschrieben, die Behandlungsmöglichkeiten gut und immer besser werdend.
Da gibt es viele andere Krebsarten, die viel schwerwiegender sind. Und leider, einer neuen Studie zu Folge, erkrankt jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens an einer Krebserkrankung. Der Schrecken davor sollte dank Vorsorgeuntersuchungen und frühen Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr so groß sein.
Johannes