Liebe Hummelelfe,
willkommen hier im Forum.
Zunächst einmal mein herzliches Beileid zum Verlust Deiner Mutter. Das ist ein schwerer Einschnitt ins Leben von Euch allen. Ich kann sehr gut verstehen, dass Du Dir große Sorgen um Deinen Vater machst und ihn noch so lange wie möglich bei Dir haben möchtest.
Auch für Deinen Vater bedeutet der Verlust eine große Veränderung für sein Leben. Er wird zunächst mit der Trauer und dem Verlust klarkommen wollen. Er wird sich fragen, wo er steht und warum er noch kämpfen soll. Wird er noch gebraucht? Da kannst Du ihm sicher helfen und zeigen, was das Leben noch schön macht! Ich kann gut verstehen, dass er momentan keine Therapie haben möchte. Aber bis August ist ja noch etwas Zeit. Es ist für Euch alle eine schwere Phase. Ich kann es einwenig nachvollziehen. Vor vielen Jahren, als mein Vater starb, hatte bei meiner Mutter gerade eine Krebsbestrahlung begonnen (für eine andere Krebserkrankung). Das war für uns alle sehr schwer. Die Trauer und die Sorge sind sehr groß und sind gleichzeitig nur schwer auszuhalten.
Zu Deinen Fragen:
1.)
Zu den Leichtketten: Man muss die Blutwerte immer im Ganzen betrachten, auch den Verlauf. Zunächst ist es wichtig, zu wissen, welche Leichtketten sind angestiegen. Oder meinst Du den Quotient? Welche Einheit? Wie sind die "Normwerte" in dem Labor, in dem die Untersuchung gemacht wurde? (steht neben den Werten auf dem Laborzettel)
Hier findest Du die Leichtketten gut erklärt:
www.myelom.org/component/jdownloads/?tas...id=37&m=0&Itemid=101
2000 ist sicher ein sehr hoher Wert. Aber, wie schon gesagt, man muss die Erkrankung im Ganzen sehen. Auch mit einer Zahl alleine, ohne Bezug, kann man nichts wirklich anfangen. Das ist, wie wenn man in der Mühle fragt: sind 300 Mehl viel? 300 Kilo, 300 Säcke, 300 Paletten voll Säcke? 300 Tonnen? Reismehl, Weizenmehl, Mhh.....Du verstehst was ich meine?
2.) Wie die Krankheit ohne Behandlung verläuft, können wir natürlich nicht sagen. Jedes Myelom verläuft anders! Wir kennen keinerlei Vorbehandlungen von ihm und sind auch keine Ärzte. Selbst die können aber auch nur vermuten. Und viele von uns haben erlebt, dass es anders kam, als die Ärzte einem gesagt haben. In beide Richtungen.
3.) Das Kribbeln in den Beinen kann viele Ursachen haben. Wie ist der HB Wert? Was sagen die bei der Dialyse dazu? Welche Behandlungen hat er schon gehabt fürs Multiple Myelome? Es wäre hilfreich, wenn Du das Profil ausfüllen würdest, dann braucht man nicht so viel erfragen, es macht das Antworten einfacher. Polyneuropathie kann Kribbeln verursachen, aber auch die Dialyse. Es muss genau im Blut geschaut werden, wie die Elektrolyte und andere Werte (Vitamine) sind. Das wird man sicher aber bei der Dialyse berücksichtigen. Auch die Psyche und Bewegungsmangel kann Kribbeln und Pudding in den Beinen verursachen.
Vielleicht kannst Du Deinem Vater erklären, dass eine Behandlung nicht immer sehr umfangreich sein muss. Man kann inzwischen mit Tabletten und wenig Substanzen, dem Alter und auch der Verfassung angepasst, eine Behandlung durchführen. Sie kann dazu führen, dass er mehr Lebensqualität hat. Auch die Nieren, wenn sie denn durch die Systemerkrankung Multiples Myelom geschädigt sein sollten, können sich unter Behandlung bessern. Vielleicht hat er schlechte Erfahrungen bei der Behandlung gemacht, die der Arzt im Gespräch mit Euch klären kann. Es kann auch sein, dass er bei der Behandlung sehr von Deiner Mutter unterstützt wurde und nun Angst hat, das alleine durchzustehen. Da ist ein Gespräch in ruhiger Minute sehr hilfreich. Dein Vater alleine hat die Entscheidung! Mit 85 hat man viel Lebenserfahrung.
Wichtig finde ich, dass Ihr für Euch schöne Momente schafft. Heitert die schwere Zeit jetzt mit angenehmen Dingen auf, findet Zeit und Raum zum Trauern. Gemeinsam Puzzeln, Spaziergänge, viel an der frischen Luft sein usw. Dann könnt Ihr gemeinsam überlegt, wie es weiter geht. Vielleicht könnt Ihr Deinem Vater vorschlagen, einen Psychologen zu kontaktieren, oder einen Seelsorger hinzuzuziehen, einen Physiotherapeuten kommen lassen (Bewegung ist gut für die Psyche!).
Alles Gute!
Liebe Grüße
Ma