Liebe Beate,
die schönen und gutgemeinten Ratschläge von allen Seiten und auch hier im Forum "sich nicht verrückt machen (lassen)" und "das Leben geniessen" funktionieren eben so einfach nicht... Weil die Diagnose, die irgendwie ja auch keine ist, in einem weiterarbeitet und man sich damit beschäftigt. Gewollt oder ungewollt.
Einen Königsweg zur Bewältigung der latent vorhandenen Angst gibt es wohl nicht, aber es gibt Strategien, mit denen man die Angst abmildern kann.
Für uns war wichtig, dass wir den Status des unbeschwerten Lebens und der naiven Annahme, dass uns "sowas" nicht passieren kann, endgültig (!) verlassen hatten. Wir hatten irgendwann innerlich akzeptiert, dass wir zu den "Ahnungslosen" nicht mehr gehören. Diese Erkenntnis hat uns mehr innere Ruhe gebracht.
Erst nach dieser inneren Akzeptanz konnten wir überlegen, wie wir die gewonnenen Erkenntniss in unseren Alltag umsetzen, was sich ändern muss, was verbessert werden kann. Welche Gewohnheit behält man bei, von welchen Vorhaben verabschiedet man sich, welche neuen Pläne macht man, welche Menschen wollen wir auf dem Weg dabei haben und wer ist nur Zeit- und Krafträuber? Ein langer und nicht immer leichter Prozess. Er hatte was mit "Gärung und Klärung" zu tun. Schlussendlich haben wir das Leben neu schätzen gelernt, die Kostbarkeit und Einmaligkeit viel mehr genossen, als zuvor.
Das hat aber alles nichts daran geändert, dass wir vor den Kontrollterminen kaum geschlafen haben und Mühe hatten, die aufsteigende Angst in den Griff zu bekommen... Auch das muss man wohl einfach akzeptieren und zulassen. Man darf Angst haben! Sie sollte nur nicht das Leben beherrschen.
Andere werden dir vermutlich ihre eigenen Erfahrungen mitteilen und diese werden von meinen weit abweichen... Such dir das heraus, was für dich passt.
Alle guten Wünsche für deinen Kontrolltermin!
Margret