Ich kopiere mal meinen Text von dem anderen Thread hier nochmal rein.
ich zitiere jetzt erst mal wie es in der Fachsprache erklärt wird und danach versuche ich es mit einfachen Worten zu erklären - OK?
Zitat:
"Die vermehrt gebildeten Immunglobulin-Leichtketten werden glomerulär filtriert. Wird die Resorptionskapazität der proximalen Tubuli überschritten, kommt es zur Ausscheidung der Proteine über den Urin (Bence-Jones-Proteinurie) sowie zur Ausfällung in Gegenwart des Tamm-Horsfall-Proteins im distalen Tubulus. Diese „Cast-Nephropathie“ führt dort und in der aufsteigenden Henleschleife zur Obstruktion und kann bis zum akuten Nierenversagen führen".
Quelle:
www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/multiples-myelom
So und jetzt etwas verständlicher:
Die im Überschuss gebildeten Leichtketten werden in den Nieren gefiltert und die Niere versucht einen Teil (10 bis 30g) pro Tag zurückzuführen in den Blutkreislauf und nicht mit dem Urin auszuscheiden.
Sind die erhöhten Leichtkettenmengen bei MGUS oder MM also noch so niedrig, daß die Nieren alles zurückresorbieren können und nichts in den Urin kommt und damit im 24h Urin ausgeschieden wird, dann kann man noch von "unkritischen Mengen" sprechen.
Ein gesunder Mensch bildet täglich bis zu 500mg Leichtketten und diese werden über die Nieren rückresorbiert.
Weil die Nieren die enorme Menge von 10 bis 30 g Eiweiß pro Tag filtern und zurückgewinnen können.
Wird jetzt die Menge an monoklonalen freien Leichtketten so hoch, daß die Nieren nicht mehr in der lage sind alles über den tag verteilt zurückzugewinnen (zurückzuresorbieren), dann werden die Leichtketten mit dem Urin ausgeschieden.
Werden weniger als 4 g Leichtketten im 24h Urin ausgeschieden, dann ist man noch im Stadium 1.
Werden mehr als 12 g Leichtketten im 24h Urin ausgeschieden, dann ist man im Stadium 3 (also Behandlungsbedürftig !!!)
Sind mehr Leichtketten im Serum als die Nieren zurückresorbieren können, dann besteht durch die ständige Ausscheidung über die Nieren die Gefahr, daß die Nierentuboli mit der Zeit verstopfen und eine Niereninsuffizienz entsteht.
Dann steigt der Creatininwert an.
Also wenn noch keine oder weniger als 1g Leichtketten im 24h Urin zu finden sind und der Creatininwert noch in der Norm ist, dann braucht ihr euch trotz leicht erhöhter freier Leichtketten und leicht erhöhtem K/L Ratio noch keine Sorgen machen, daß was passieren kann im Sinne von CRAP Kriterien (hier das R aus dem CRAP für Renalschaden = Nierenschaden)
Wenn weniger als 4g Leichtketten im 24h Urin ausgeschieden werden und der Creatininwert auch noch in der Toleranz ist, dann ist man immer noch im Stadium 1 des Myeloms (wenn keine anderen Marker da sind, die ein höheres Stadium anzeigen).
Die Grenze der freien Leichtketten im Serum ist also nicht definiert, sondern erst wenn als Sekundärfolge dann die zuviel vorhandenen leichtketten über die Nieren ausgeschieden werden, dann sind dort Grenzwerte im 24h Urin definiert - wie oben beschrieben.