Genau Christine, Du bringst es auf den Punkt. Vor allem das mit dem Ziegel stimmt. Nach diesen drei Wochen habe ich für mich entschieden, dass es Zeit für eine Kurskorrektur in meinem Leben ist. Die MGUS erscheint mir weit weniger gefährlich als der BMI > 30 oder die Gläser Rotwein zu viel oder das Cholesterin... Umkippen oder sonst was kann jeden Tag passieren. Was das Essen, die Weinchen und die fehlende Bewegung angeht, will und werde ich an mir arbeiten.
Diese drei Wochen haben mir aber auch gezeigt, dass mich mein Tod, der unausweichlich kommen wird, jederzeit ereilen könnte. Er ist eine Realität, die ich nicht länger verdrängen möchte. Wir alle hier können langsam an MM sterben oder auch plötzlich einen Herzinfarkt oder was weiß ich bekommen. Das macht mir Angst, aber hier habe ich zum Glück Trost und Beruhigung gefunden (Joseph, ich trinke jetzt täglich 2 l grünen Tee und mache einen Spaziergang in der Sonne).
In meinem Bücherregal habe ich seit den 90ern ein Buch stehen (um das ich bisher einen großen Bogen gemacht habe), dass vielleicht auf den Tod, aber auch auf ein sinnerfüllteres Leben, vorbereiten kann. Es heisst "Das tibetische Buch vom Leben und Sterben" von Sogyal Rinpoche. Vieles darin klingt ziemlich esoterisch, was ich eigentlich überhaupt nicht mag. Aber lässt man das beiseite, kann das Buch ein ganz guter Kompass für die nächsten Jahre sein, finde ich. Für eingefleischte Atheisten ist das eher nichts, aber wer als Agnostiker durch die Welt geht und für sich zumindest nicht ausschließt, dass danach noch etwas sein könnte, für den ist das Buch ein Segen.
Von meiner Seite schließe ich diesen Thread erst einmal, und ich sage: Auf Wiedersehen!
Gerd