Hallo Jane (Callamityjane11),
für Euch Angehörige ist es sehr schwer. Manchmal schwerer als für uns Patienten.
Ich bin meinem Mann und meinen Kindern sehr dankbar für all die vielen Jahre Höhen und Tiefen, die sie mit mir und der Erkrankung bereits durchstanden haben und hoffentlich noch lange durchstehen werden.
Manchmal sind wir Patienten in einem absoluten Ausnahmezustand. Die Medikamente und Sorgen machen uns zugleich müde und in der Nacht wach. Die Angst ums Überleben macht uns Probleme und belastet uns rund um die Uhr. Oft kommen noch Ängste und Sorgen um den Beruf oder die finanzielle Belastung hinzu.
Dazu brauchen wir ein Ventil. Und es sind leider die Liebsten, die das dann manchmal aushalten müssen. Wo kann man sich vertrauensvoll fallen lassen? Doch bei denen, die einen lieben. Das ist nicht immer gerecht. Das ist uns Patienten klar.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer am besten hilft, wenn man ehrlich miteinander ist. Sprecht an, was Euch stört! Wir Patienten brauchen nicht "verschont" zu werden mit Euren Sorgen und Ängsten und Eurer Wut. Gemeinsam seid Ihr stark, das braucht aber auch da Gespräch und die Ehrlichkeit.
Ein großer Dank an alle Angehörigen! Ihr leistet unfassbar viel!
Jane, zu Deiner Frage, bleibt das immer so:
Nein, es gibt immer Veränderung! Es kann zu sehr langen Therapie freien Phasen kommen, in denen die Welt fast wieder in Ordnung scheint. Aber die Angst bleibt, da es leider immer noch eine unheilbare Krankheit ist. Man muss sich als Familie neu orientieren.
Das braucht Zeit!
Du brauchst Zeit!
Ihr braucht Zeit!
Versuche, Dich mit der neuen Situation auseinander zu setzen, hole Dir Hilfe. Auch Dir steht eine psychotherapeutische Begleitung in einer solchen Situation zu. Suche Dir schöne Erlebnisse, vielleicht schöne gemeinsame Ausflüge, Natur, Spaziergänge, schöne und lustige Filme, Sport, Kaffeetrinken mit Freundinnen, Shoppen gehen usw.
Aus Deinen Beiträgen höre ich den Wunsch, dass alles schnell wieder so werden soll, wie vor der Erkrankung. Das wird es leider nicht. Da hilft keine Reha. Es hilft nur Geduld und Akzeptanz der Erkrankung und der neuen Situation. Lasse Deinem Mann die Zeit, die er braucht! Versuche nichts zu erzwingen! Es wird besser werden! Ich habe die Erkrankung schon viele Jahre. Und ich liebe das Leben und genieße es. Ich bin meiner Familie unendlich dankbar, dass sie für mich da sind und es mir ermöglichen.
Alle Gute für Euch
Ma