Liebe Karen,
herzliches Beileid zum Tod Deines Vaters. Es ist gut zu verstehen, dass Du jetzt in einer Ausnahmesituation bist und nach Antworten suchst. Viel zu jung ist er gestorben und dann gerade erst das Enkelchen. Das tut mir sehr leid.
Wie Du schreibst, hatte er viele Vorerkrankung, bereits einen Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Wir hier können das alles nicht beurteilen, sind alle nur Patienten mit der Erkrankung Multiples Myelom und Angehörige. MM ist eine Erkrankung, die inzwischen in den meisten Fällen sehr gut behandelbar ist, aber eben nicht immer. Dies hängt von so vielen verschiedenen Faktoren ab. Jedes Myelom ist anders, vielschichtig und manchmal tückisch, jeder Mensch ist anders. Jede Behandlung ist ein Risiko, so wie auch jede OP bei anderen Erkrankungen ein Risiko ist, sei sie noch so klein und unbedeutend. Thrombosen und auch Lungenembolien kommen beim Multiplen Myelom vor, wie auch bei anderen Krebserkrankungen und sind leider auch manchmal Nebenwirkungen von der Behandlung. Dagegen hat Dein Vater ja, wie Du schreibst auch vorsorglich etwas gut wirksames bekommen. Was wäre die Wahl gewesen? Keine Behandlung? Wie Du schreibst, ist das Myelom ja schnell und unbemerkt gekommen.
Ich kann gut nachvollziehen, dass Du überlegst, wo hättet Ihr ihm einen anderen Rat geben sollen, was hätte man besser machen können. Was hättet Ihr noch tun können, um das zu verhindern. Das habe ich nach dem Tod eines sehr nahen Angehörigen auch so erlebt. Aber das hilft Euch jetzt nicht weiter und macht Deinen Vater auch nicht wieder lebendig. Manches ist einfach so, wie es ist. So weh das tut.
Ich verstehe Dich gut und genau darum gebe ich Dir den Rat, suche Dir Hilfe, vielleicht eine Trauerbegleitung oder sogar einen Psychologen für einige wenige Gespräche, damit Du zur Ruhe kommst. Dein Vater würde jetzt wollen, dass Du Dich um Deinen Sohn kümmerst.
Dir und Deiner Familie alles Gute, mögen liebe Mensch an Deiner Seite sein.
LG
Ma
Letzte Änderung: 26 Juni 2023 15:09 von Mapoli.