Hallo
ich hoffe es ist OK das ich das Thema nochmal aufrolle. Dir auch von mir mein Beileid!
Mein Freund ist genau wie deine Mutter nach einer Hochdosis-Chemotherapie in Köln an der Uni Klinik verstorben...
Er bekam eine Woche nach der Stammzellen wiedergabe eine Influenza von seinem Bettnachbarn, ein paar Tage später musste er auf eine Beobachtungsstaion, weil er so schlecht Luft bekam. Dort war er aber nur kurz und ich bekam ein paar Tage später den Anruf das er auf der Intensivstation ist, aber alles Ok wäre... Als ich dort ankam hatte mein Freund gerade eine Panik-Attacke und es wurde gesagt das er so schlecht Luft bekommt, das er nun an eine Beatmungsmaschine muss. Er war so voll Panik das ich leider nicht verstehen konnte was er sagt, er zeigte mir aber noch ein Herz mit seinen Händen! Nach der OP fragte ich die Ärzte ob er heute wieder aufwacht, sie meinten "Nein, heute wird er nicht mehr wach"... Also blieb ich doch etwas und ging dann nach Hause. Am nächsten Tag als ich ankam sagte man mir das er in ein künstliches Koma gelegt werden musste. Ich bekam einen Schock! Aber es wurde mir gesagt das dies normal wäre, wenn man künstlich Beatmet würde... Nach ca. 1 Woche im Koma fingen sie ihn an langsam aus dem Koma zu holen, so das er auf Ansprache die Augen öffnete und sogar weinte. Es wurde immer gesagt das er in einem kritischen Zustand wäre und man nicht wüsste wie es ausgeht, sie aber ihr bestes geben würden...
Er lag insgesamt vier Wochen im Koma, ca. eine Woche vor seinem Tod hieß es das es langsam Berg auf ginge und sie ihn nun einen Luftröhrenschnitt machen wollen. Da dies besser wäre wenn er wieder wach wird. Von da an ging es nur noch Berg ab... Die Ärzte meinten das es aber nichts mit dem Luftröhrenschnitt zu tun hat, auch wenn dies für Außenstehende so aussehen würde... Er bekam dann eine Sepsis mit Nierenversagen und er wurde an die Dialyse geschlossen, außerdem wurde ein Torax gelegt da sich Luft hinter der Lunge gebildet hatte, beides an einem Tag. Die Werte wurden immer schlechter. Er hatte sehr niedrigen Blutdruck, trotz Noradrenalin und die Leberwerte wurden immer schlechter. Es wurde mir gesagt das es nur noch ein Wunder wäre wenn er dies überlebt... Ich war jeden Tag mehrere Stunden bei ihm und rief jeden Morgen und jeden Abend an um zu fragen ob es Veränderungen gibt, vier Wochen lang. Am Freitag vor seinem Tod rief ich Abends wieder an, es hieß das es sehr schlecht mit ihm aussieht und ob sie mich auch Nachts anrufen können wenn was ist... (natürlich, deshalb war ich doch die Notfallnummer...). Am nächsten Morgen rief ich wieder an, es hieß sie stehen gerade bei ihm und würden sich gleich zurück melden. Ich sagte das ich eh gleich mit seinem Vater und seinem Bruder kommen würde, worauf sie meinten das wie auch dann sprechen konnten. Kurze Zeit später riefen sie mich an das er den heutigen Tag wohl nicht überleben würde und wir bitten zum Verabschieden kommen sollen. Ich rief also den Rest seiner Familie an und wir machten uns auf den Weg ins Krankenhaus. Dort wurde uns gesagt das wenn sie ihn gleich an die Dialyse hängen, er sicher sterben würde, da so viel Blut außerhalb des Körpers wäre. 100% könnte man dies natürlich nicht sagen.
Leider war es aber so, sein Blutdruck war so niedrig das es dies nicht geschafft hat. Er hat die ganze Zeit über gekämpft, bis zum Schluss! Wir hatten noch so viel vor in unserem Leben, er wurde gerade mal 42 Jahre. Er kämpfte mehrere Stunden noch, bis in innerhalb von wenigen Sekunden sein Blutdruck und sein Puls auf Null waren.
Ich würde nach dieser Erfahrung keinem zu einer Hochdosischemo raten, er hatte vorher eine intakte Lunge etc. und es hieß in seinem Alter wäre es eine der besten Heilungschancen gegen sein Lymphdrüsen-Krebs. Mit den Pflegern war ich sehr zufrieden, die meisten Ärzte waren auch nett, den Oberarzt fand ich als arrogant und bei meiner Frage ob man mal in Lungenspezial-Kliniken nach Hilfe fragt, kam die Antwort das sie als Internisten darauf spezialisiert wären... Außerdem hat er mir sehr früh keine Hoffnung für ihn gegeben bzw. gefragt ob er so überhaupt leben möchte (z.B. mit einer Sauerstoffflasche zu Hause..). Mein Freund war immer ein Kämpfer und wollte leben, deshalb hat er dies gemacht...
Sorry wegen des langen Textes, das war schon die Kurzversion! Aber ich musste mir das jetzt mal von der Seele schreiben und zeigen das die Hochdosis-Chemo vielleicht auch etwas kritischer gesehen werden sollte.