Hallo Kati,
im Prinzip kann ich mich den Vorschreibern hier nur anschließen.
Nahezu jedem geht es nach Diagnosestellung so wie euch jetzt. Ich war 61, topfit (außer zu viel Schmerzen für die bis dahin keine Erklärung da war) und keine Ahnung von Krebs, MM nie gehört.Dann direkt Stadium IIIb, allergings nach KMP "nur" Niedrigrisiko. Unaufgefordert die Prognose: Damit können Sie 10 J. leben- wenn Sie alles machen. Das ist auch nicht toll, wenn man bis dahin von noch 20-25 J ausgeht, wie in unserer Familie üblich. Ich wußte, ich kann nicht viel machen, ich bin Allergikerin, vertrage insgesamt kaum Medis, bekomme immer eine geringere Dosis als üblich.. Ein MM- Professor sagte meinem Sohn im Vertrauen: vielleicht ein Jahr Lebenserwartung. Stammzelltherapie hat mir daher nie jemand ernsthaft vorgeschlagen. Ich lebe nun 5 J damit, ich kann nicht sagen"gut", aber ich lebe noch. Habe viele OPs, Bestrahlungen, KH- Aufenthalte, Schmerzen, 2x Querschnitt usw. hinter mir. Aber ich bin in den Jahren auch viel gereist, habe mir Vieles gegönnt, was mir ohne die Krankheit nie eingefallen wäre, meine Beziehung zu meiner Familie u. einigen treuen Freunden ist noch enger, tiefer geworden. Ich bin für die Ärzte ein Phänomen- unkaputtbar, wie ich imme wieder höre. Ein "normales" Leben wie vorher werde ich nie mehr haben. Dennoch bin ich sicher, für mich richtig entschieden zu haben.
Niemand von uns weiß wie es weitergeht, jeder Mensch hat ein 100% Sterberisiko. Ich kann nur empfehlen, so bewusst wie möglich zu leben, mit größtmöglicher Normalität. Das geht- wenn auch nicht sofort nach Diagnosestellung.
Welche Therapie man macht, sollte gut überlegt werden. Dabei unbedingt auf das eigene Bauchgefühl hören. Ärzte finden, denen man vertrauen kann ist wichtig. Fast allen wird Stammzelltherapie empfohlen. Die meisten hier haben eine o. mehere gemacht. Wenige sind damit so gut gefahren wie Nicole. Viele haben sehr schnell ein Rezitiv, sehr oft habe ich gelesen "wenn ich das gewusst hätte, ich hätte es nie gemacht". Es gibt auch andere Wege, allerdings ist es oft eine Dauetherapie. Wenige wurden kurz u. leicht therapiert und haben kaum noch Beschwerden. Aber das ist nicht wirklich vorhersehbar. Wenn ich wüsste was richtig ist, hätte ich ja einen Nobelpreis verdient, sage ich immer.
Wartet ab, was bei den Untersuchungen genau herauskommt, lasst euch beraten und entscheidet dann. Wenn der erste Schock vorbei ist, wird es erträglicher.
Ich wünsche euch die richtige Entscheidung und Hilfe!
L.G.
Undine