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Martin.Q antwortete auf Wieder ist einer von uns gegangen !
03 Mai 2010 11:46
  • Martin.Q
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    18 August 2009
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Hallo zusammen,

ich werde der Lisa mal eine Email schicken, wie Sie das Thema sieht....

Euch einen guten start in die Woche

03 Mai 2010 00:49
  • rudi
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    23 Oktober 2009
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Hallo,
ich habe heute Abend zufällig einen Bericht im TV über die erschreckend hohe Selbstmordrate in Südkorea (vorwiegend in der Hauptstadt) gesehen. Jährlich begehen da über 1000 Menschen Suizid.
Sie haben schon in den U-Bahnhöfen Glaswände mit automatischen Türen installiert, die sich erst öffnen wenn die U-Bahn angehalten hat; damit sich nicht täglich einige vor die Züge werfen.

Jetzt gibt es dort Seminare für Hilfesuchende und Suiziggefährdete.
Da wird aktiv über den Tod gesprochen - da müssen die Teilnehmer Abschiedsbriefe an ihre Angehörigen schreiben und sie dann vor allen anderen laut vorlesen. Dann wird die eigene Beerdigung im Sarg mit einer Trauerrede "geprobt". Die Teilnehmer spüren die Dunkelheit im Sarg.
Und sie leben dann aber weiter - meißt als "geheilt" von ihrer Absicht sich das Leben zu nehmen.
Die größte Erkenntniss bei fast allen ist, das sie bei der Selbsmordabsicht nur an sich selbst dachten und nicht an das unendliche Leid, das sie ihren Angehörigen damit machen würden.
Es war schon beeindruckend, als eine Teilnehmerin unter Tränen ihren selbst verfassten Abschiedsbrief vor der Seminarrunde vorgelesen hat.

Ich habe übrigens ein sehr empfehlenswertes Buch gelesen.
"Immer Dienstags bei Morrie"
schaut mal hier:
www.amazon.de/Dienstags-Morrie-Lehre-ein...scription/3442308208

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

02 Mai 2010 23:39
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Hallo liebe fleißige Forumschreiber,
Ich melde mich seit langem wieder,ich habe einen Bekannten im letzten Jahr auch im Kampf mit dem MM verloren.Nach 2 HD in 2007die erstmal CR brachten,fing das MM Ende 2008 wieder an zu arbeiten und 2009 habe ich meinen Bekannten begleitet auf seinem letzten Weg.Mit nur 57 Jahren viel zu früh.Ich kann immer noch nicht damit fertig werden und ich bin ja "nur" eine Bekannte.Es ist auch jetzt ,nach über einem halben Jahr nur der Gedanke an die letzte Zeit schlimm für mich.Habe schon oft angefangen zu schreiben,aber nach einer Zeile war ich fertig mit den Nerven.Ich frage mich manchmal,wie mag es erst den Lebenspartnern oder Kinder/Eltern gehen. Gespräche mit ihm über den Tod,haben wir viel zu wenig konkret gemacht .Was aber wichtig gewesen wäre.Wir dachten wir haben noch mehr Zeit,zumindest ich.
Die Anregung hier über dieses Thema sich auszutauschen find ich gut, und ich hoffe es hilft mir besser alles zu verkraften.Und neue Kraft zu schöpfen.Dies wünsch ich auch allen,die grad Kraft brauchen.
Einen schönen Mai
Gruß Irene


AndreasR antwortete auf Wieder ist einer von uns gegangen !
02 Mai 2010 16:42
  • AndreasR
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Hallo,

ich finde es auch wichtig, sich mit dem Thema Tod aktiv zu befassen. Das hilft auch, die verbleibende Lebenszeit sinnvoll zu gestalten. Zwei Bücher haben mir viele Anregungen bei der "Bearbeitung" dieser Thematik gegeben: Zum einen "Und Nietsche weinte" von Irvin D. Yalom und dann ein zweites Buch, das ich noch garnicht gelesen habe, das aber in vielen Zeitungen und im Fernsehen vorgestellt wurde, nämlich "Wie wollen wir sterben" von Michael de Ridder. Hierzu ein interessanter Videoausschnitt (es dauert etwas, bis das Video geladen ist):

www.amazon.de/Wie-wollen-wir-sterben-Hoc...id=1272810763&sr=8-1

Und für, die, die in Berlin leben, noch ein Hinweis auf eine interessante Veranstaltung:

www.urania.de/programm/2010/b632/


Gruß

Andreas

KretaKater antwortete auf Wieder ist einer von uns gegangen !
02 Mai 2010 10:24
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Margret schrieb: . . . Ja, die meisten von uns verdrängen den Gedanken.

Ich vermisse gelegentlich hier im Forum die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema "Tod". Ich glaube nicht, dass die Beschäftigung damit daran hindert, das Leben bewusst zu geniessen und so gut wie möglich gegen das MM zu kämpfen. Meine Erfahrung ist, dass man beides parallel tun kann . . .


Danke Margret, Du hast da etwas angesprochen, was mir auch sehr am Herzen liegt. Und für mich läge die Betonung auch auf AKTIVE Auseinandersetzung, was in einem Bereich wie In Memoriam nicht funktionieren kann. Dennoch sollte es diesen Bereich im Forum auch geben, um Abschied nehmen zu können, um zu trauern.

Unter einer aktiven Thematisierung verstehe ich, dass wir uns einerseits auf der psychologischen und philosophischen Ebene darüber auseinandersetzen und unsere eigenen Erfahrungen austauschen können. Und genau wie Margret es sagte: das hindert nicht, das Leben bewusst zu genießen . . . im Gegenteil, wenn man dieses Thema nicht ausblendet, sondern sich damit konfrontiert, ermöglicht es wahrscheinlich einen viel bewussteren Weg ins Leben.

Ich kämpfe damit auch immer wieder aufs Neue, und sage hier niemand, dass man als vermeintlich Gesunder damit nichts zu schaffen hätte . . . spätestens wenn der Partner, die eigenen Kinder oder Eltern . . . einfach die Menschen, die man liebt . . . von einer tödlichen Krankheit betroffen sind, ist man mit im Boot.

Ich habe mit meinem Mann in den letzten 4 Jahren etliche ganz tiefe Täler durchschritten, das gipfelte in solchen Aussagen wie [wortwörtlich!] "Du bist schuld, dass ich noch lebe" . . . und dieser Ritt auf der Klinge geht weiter, gerade jetzt wo mein Mann durch die Fraktur hilflos in der Klinik liegt und mit seinem Schicksal hadert . . . das sind ungeheure Dimensionen, und ich denke, darüber sollten wir uns hier offen austauschen können.

LG
Britta


01 Mai 2010 22:38
  • Resi
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Ja, auch ich wäre für eine Rubrik “In Memoriam” .
Der Tod gehört zum Leben, nicht nur für uns MM Patienten. Das übersehen alle „Gesunden“.
Keiner weiß was morgen kommt. Ob ich jetzt MM habe oder nicht spielt doch keine Rolle. Das Leben kann von Jetzt auf Gleich zu Ende sein.
Aber wir leben fast immer so als ob wir ewig leben würden. Deshalb stehen wir bei einer schweren Erkrankung immer unter Schock.
Meine Heimat ist Bayern und ich lebe dort auf dem Land. Als ich die Grundschule besuchte sind wir nach dem Unterricht immer zu Leichenhaus gegangen und haben uns die offen aufgebahrten Toten angesehen und für Sie gebetet (na ja, ob wir immer gebeten haben). Auf jeden Fall war es für uns dann nicht so schlimm, wenn Oma oder Opa starben. Sie wurden überwiegen zu Hause gepflegt und meine Großeltern durften auch zu Hause sterben. Ohne großen Maschinen und Personalaufwand, so wie es im Krankenhaus geschieht.
Wir wussten sie kommen zuerst ins Leichehaus und werden dann beerdigt. Es war normal so.
Heute wir der Tod verdrängt. Am Besten keiner hört was davon und es wird keiner damit belastet, höchsten noch die eigenen Familie. Traurig war man immer, wenn jemand gestorben ist. Je nach dem wie nahe man dem Verstorben stand etwas mehr oder weniger.

Es ist immer zu früh, wenn jemand stirbt egal ob mit 50 oder mit 100.

Resi