Liebe Margret,
Genau diese Dimensionen, die Du als Angehöriger auch neu empfunden hast, meine ich mit Leichtigkeit. Ein tief empfundenes Glück, auf der Welt zu sein.
Vorher war es eine Selbstverständlichkeit, wenig hinterfragt, jeder Zeit weg zu werfen aus tiefster Verzweiflung alles falsch zu machen, nicht zu genügen, überfordert zu sein ect...
Jetzt ist jeder Tag ein wertvolles Geschenk. Und das macht mich glücklich. Selbst meine Kinder sind einen tollen Weg gegangen, obwohl ich immer dachte, nicht gut genug zu sein als Mutter, nicht genug gesorgt zu haben. Sie haben aus meinem Balanceakt und der sozialen Unsicherheit eine große Selbständigkeit und Kraft gewonnen.
Ich habe Niemanden, der mich begleitet, aber noch kann ich für Andere da sein und Freude verschenken.
Und wenn es soweit ist, werde ich mir wohl etwas einfallen lassen müssen, damit es schnell geht.
Den Schatz, den Du und Dein Partner hatten, den gibt es nicht allzuoft, bewahre ihn gut im Herzen.
Es ist etwas Besonderes. So empfinde ich es.
Wie gern würde ich die Liebe treffen.
Einen Partner, mit dem man alles besprechen kann, sich zärtlich umarmen und gegenseitig Kraft spenden, Raum lassen, und sich wieder annähern wie zwei Planeten auf ihren eigenen Umlaufbahnen....
Aber darf ich mich noch Jemandem antun, da schwingt doch die Trauer und der Verlust gleich mit? Aber andererseits, wem ist schon Unendlichkeit des Lebens mitgegeben, der Tod lauert an jeder Straßenecke.....
Auch eine schwierige Fragestellung......
Jedes Schicksal ist anders und Jeder empfindet anders.
Leichtigkeit ist nicht zu verwechseln mit Naivität und Oberflächlichkeit.
Dafür habe ich denn doch zu viel erlebt, was sehr an menschliche Grenzen geht. Sicherheit hat in meinem Leben bisher keinen Platz gehabt, wozu auch, sie existiert ja nicht und ist ein hohler Gaukel.
Insofern ja, Leichtigkeit des Seins, Glück, Sonne, Wind, Freunde, ein Berg im Blick, der täglich anders grüßt und manchmal keine Schmerzen, was will man mehr?
Alles Liebe Angela