Hallo Desi,
ich kann Deinen Schmerz und Deinen Zorn gut verstehen. Gleichzeitig ist es so, dass kurz nach dem Tod eines geliebten Angehörigen, die Fragen, ob und welche Versäumnisse vor dem Tod gemacht wurden, egal von wem, besonders heftig sind (= meine eigene Erfahrung und auch die von anderen). Heute noch (nach 10 Jahren) bin ich immer wieder am grübeln, ob bei der Therapie nicht noch andere Wege möglich gewesen wären... ob dieses oder jenes nicht auch von mir anders hätte entschieden oder gemacht werden müssen. Fragen bleiben immer offen. Wie man im einzelnen damit umgeht, muss wohl jeder für sich entscheiden.
Ich teile die Ansicht von Katrin, dass es vor allem im Gesundheitssystem selbst liegt, dass in Krankenhäusern bei Pflege und Betreuung zu Lasten der PatientInnen gespart wird. Die sog. Fallpauschalen haben diese Situation wohl noch verschärft.
Deshalb schlage ich Dir folgende Wege für Deine Beschwerden vor.
1. Den Patientenvertreter der Bundesregierung. Du findest seine Webseite incl. Kontaktaufnahmemöglichkeit unter
www.patientenbeauftragter.de/
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2. Darüber hinaus habe ich eine Webseite gefunden, die auf die Möglichkeit eines Ombudsmannes in den Kliniken hinweist (allerdings weiß ich nicht, ob es in "Deiner" Klinik so etwas gibt. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird so eine anonyme Beschwerdeeinrichtung propagiert. Näheres findest Du unter
www.gutehospitalpraxis.de/wiki/10_auftra...5_patientenvertreter
Zu guter letzt oder vielleicht sogar als ersten Schrittt könntest Du Dich an den Patientenbeistand bei der DLH, unserer Bundesorganisation für Leukämie- und Lymphomerkrankte wenden. Dort findest Du sicher Rat und Beistand. Die Kontaktnummern findest Du unter
www.leukaemie-hilfe.de/patientenbeistand.html
Gerne will ich Dir und allen Betroffenen (PatientInnen wie Angehörige) mein großes Mitgefühl in dieser Situation aussprechen.
Ich wünsche Dir Mut bei Deinen nächsten Schritten.
Lisa