Hallo, ich kenne auch so ein Zwischen-Welt-Erlebnis mit einem Menschen, den ich einmal sehr geliebt habe.
Unsere Wege trafen sich 1985 und verloren sich nach einigen Monaten, ohne das ich wußte, wieso der Mensch sich so verhalten hat. jeder ging dann wieder seine Wege, bis er mich nach Monaten anrief und sagte, ich solle doch zu ihm nch Bonn reisen (wohnte in Düsseldorf), er wolle mir etwas sagen. Bockig, wie ich damals war, nach seinem Verhalen, habe ich gesagt, er können doch nach Düsseldorf kommen. Das war es dann! Wir haben uns niemals mehr gesprochen oder gesehen.
Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass Karsten sich aus meinem Leben einfach so urück gezogen hatte, weil er krank war. Er war schwer herzkrank und hatte nicht mehr viel Jahre zu leben. Wir hätten also keine Zukunft gehabt. Das habe ich später von den Angehörigen erfahren. Er hat selbst nie darüber gesprochen.
Jahre später, als ich längst verheiratet war und ein Kind bekommen hatte, verfolgten mich seltsame Träume von einem Mann, der mit weisser Bettwäsche in einem Bett lag - augenscheinlich jemand, der im Sterben lag. Der Mann hatte kein Gesicht. Zu der Situaton passte nur "Er" und noch jemand, der mir zuvor im Leben begegnet war. Diese Träume quälten und verfolgten mich lange Zeit bis ich dann träumte, dass ich im Raum Hannover zu einer Beerdigung eingeladen wurde. Ich wohnte in einer alten Villa bei einer Frau aus der Familie, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Hannover, aber beide Männer kamen aus dem Harz, aber ich glaubte fest, dass es um Karsten ging. Also schrieb ich ihm nch Bonn....wie es ihm geht.....etc. etc.
Ich bekam keine Antwort....keinen Anruf ....nichts.
Völlig untypisch für ihn....auch, wenn wir uns nie wieder gesprochen hatte. Nach vier Wochen bekam ich meinen Brief vom Nachforschungszentrum der Bundespost zurück - nicht zustellbar. Für mich brach eine Welt zusammen, denn ich ahnte Schlimmes!
Ich suchte die TelNr. von Karsten heraus, aber der Anschluß funktioniete nicht mehr und ein Neuer war nicht angemeldet worden.
Schließlich rief ich einen gemeinsamen Bekannten von früher an und mir fiel fast der Hörer aus der Hand als ich erfuhr "Karsten ist tot". Sekundentot, in seiner Whg. Bonn......Das Dramatische daran bleibt für mich....ich habe meinen Brief an ihn vier Tage zu spät, vier Tage nach seinem Tod abgeschickt. Offenbar sollte der Mann im Bett eine Vorahnung dieses Schicksals sein.
Später habe ich mich mit den Angehörigen bei Hannover tatsächlich getroffen und seitdem sind die Träume verschwunden.
Es ist so trauig und tragisch, dass mein Brief ihn nicht mehr erreichen sollte! Ich werde ihn niemals vergessen.
Vicky