Zum Hauptinhalt springen
felicity2001 antwortete auf Randalierender Pschyrembel-Leser?
31 März 2025 08:27
  • felicity2001
  • Offline
  • 22 Beiträge seit
    07 Oktober 2015
Mehr
Guten Morgen, danke für alle Beiträge und alles Gute für den Autoren des Ursprungs-Beitrags.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich (wir) keineswegs Kritik an Ärzten allgemein oder dem Arztberuf üben möchten. Im Gegenteil, meine Hochachtung vor der Leistung und Hingabe ist durch die Erfahrungen der letzen Jahre enorm gestiegen. Was mich auch sehr beeindruckt hat, waren die sehr jungen Ärzte und Ärtzinnen im Rechts der Isar, die wirklich mit höchster Konzentration ihrem Beruf - in diesem Fall ihrer „Berufung" nachgegangen sind. Schließlich haben wir auch einen fantastischen Orthopäden im Münchner Norden gefunden (Dr. Abass), der tatsächlich auch diesen Namen verdient (Achtung, er ist nicht gerade zimperlich in seinen Formulierungen). Auch Prof. Niethammer in Großhadern ist eine Koryphäe, die den Namen verdient.
Was mir tatsächlich an den Ärzten (und der Ostheopatin) der schlechten Erfahrungen gefehlt hat, war ein echtes Interesse an dem Rätsel, Forschungsgeist, Recherchieren.
Das dann abzutun damit, dass halt wenig Zeit wäre, ist für mich ein einfach ein „Beruf verfehlt".
Und auch natürlich ein Fitzelchen an Selbstkritik, die erste Meinung mal hinterfragen, das wäre schön gewesen.
Viele Grüße und ein Gefühl der Dankbarkeit für die Menschen, die sich für den Arztberuf aus Motivation heraus entscheiden.

leopoldi antwortete auf Randalierender Pschyrembel-Leser?
29 März 2025 09:52 - 29 März 2025 09:55
  • leopoldi
  • Offline
  • 1197 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Mehr
Hallo zusammen,

ich bin auch sehr arztkritisch, das ist passiert 2008, als das Myelom nach der freiwilligen Stammzellspende mit G-CSF aktiv wurde. Die Spenderdatei lehnt geheilte Krebspatienten ab, weil nicht ausgeschlossen werden könne dass noch im Körper schlummernde Krebszellen durch G-CSF zur Teilung angeregt werden könnten. Ich weiß... Widerspruch zur Gabe von G-CSF im Rahmen der Therapie, auch dem steh ich kritisch gegenüber. Zudem bekommt der vermeintlich gesunde Spender deutlich höhere Dosierung. Letztlich hat man Zusammenhang ausgeschlossen und versucht unser Stillschweigen zu erkaufen. Da stinkts... Seither schau ich lieber dreimal hin und doch bei der Häufigkeit an Begleiterkrankungen etc fällt man doch zwischendurch heftig auf die Nase.

Hier möchte ich ne Lanze FÜR unseren Orthopäden brechen. Fünf Monate nach dem ersten (noch unerkannten) Wirbelbruch war er es, der meinen Mann bei der ersten Vorstellung diesbzgl von jetzt auf gleich in die Innere eingewiesen hat. Anhand der vom Hausarzt veranlassten Szintigrafiebilder. Der Hausarzt vermutete wohl schon ne Krebserkrankung, war gerade zur Höchstform aufgelaufen, nach dem Primarius zu suchen, während Mann sich kaum noch auf den Beinen halten konnte.

Ne andere Hausarztgeschichte hab ich noch... Bekannte Arzthelferin erzählt mir von einem Patienten. Dialyse, schwere Anämie, Rippenbögen sitzen auf Hüftknochen auf, "Schmerzpatient" bereits seit Jahren. Ich geb den Hinweis auf ne Elektrophorese. Alles spricht für Multiples Myelom. Nach dem Praxisurlaub will man weiteres veranlassen. In der Zeit ist der Patient verstorben. Die Angehörigen kennen die Diagnose bis heute nicht :"(

Zweifelsfrei haben einige hervorragende Ärzte meinem Mann die Möglichkeit gegeben, nunmehr 17 Jahre mit dem Myelom zu leben. Bissl was tun wir auch nebenher, Nahrungsergänzungsmittel/Vitamine/Immunsystem, Impfkritiker, gegen ärztliche Empfehlung. Zudem meist ungebrochener Kampfgeist, Sport in Zeiten wo mich persönlich die Couch schon nimmer los lassen würde.

Passt auf Euch auf <3

LGe
Monika

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~
Letzte Änderung: 29 März 2025 09:55 von leopoldi.

Nessaja antwortete auf Randalierender Pschyrembel-Leser?
26 März 2025 06:20
  • Nessaja
  • Offline
  • 71 Beiträge seit
    08 Mai 2021
Mehr
Du hast mein volles Mitgefühl, schlechte Erfahrungen mit meinem Orthopäden habe ich leider auch machen müssen. Bis hin zu der Forderung ich dürfe nur 1x im , Quartal zu einmal Facharzt gehen , eine zweite Meinung stehe einem nur bei bestimmten Erkrankungen zu und nicht für mich... Bla bla bla. Wie ich damit immer wieder durchkomme ...
Wenn ich nicht immer wieder selber hinterher gewesen wäre würde ich jetzt querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzen...
Das ist halt der Unterschied zwischen Ärzten und Medizinern, leider gibt es von ersteren immer weniger

Tumor ist, wenn man trotzdem lacht

23 März 2025 22:45
  • Ado
  • Autor
  • Offline
  • 62 Beiträge seit
    21 August 2016
Mehr
Hallo Felicity,
vielen Dank für Deine Antwort.
Obwohl ich noch nicht weiß, was hinter der ganzen Entwicklung bei mir steckt, möchte ich halt nichts versäumen und hoffe, mal irgendwann wieder ein paar Tage mit weniger Schmerzen und etwas beweglicher verleben zu dürfen.
Deine Schilderung gibt Hoffnung, dass auch bei einem GAU, es immer noch gute Tage geben kann.

Meine Erfahrungen mit einer Vielzahl von Orthopäden war mehr als ernüchternd. Es spannt sich von Aussagen, wie „Am besten tauscht man einfach gleich beide Hüftgelenke aus. Und je jünger man ist, desto weniger Probleme macht das.“ bis zu der lapidaren Feststellung „So sehr schmerzen, wie sie sagen, kann das überhaupt nicht“. Der Röntgenologe befundet „Insuffizienzfraktur der Pfanne kann nicht ausgeschlossen werden. Einbruchzyste deutlich sichtbar.“ Orthopäde konstatiert, dass er das anders sieht. In der Folge renkte er eine Blockade im Rücken ein. Nachmittags kribbelte es im Bein, abends wurden die Zehen noch tauber, als sie nach einer überflüssigen Nervenbiopsie schon lange sind. Aber wenigstens habe ich jetzt eine Chance auf eine kompetente Diagnostik und Beurteilung.

Herzliche Grüße
Klaus-Michael

Doris2460 antwortete auf Randalierender Pschyrembel-Leser?
23 März 2025 11:40
  • Doris2460
  • Offline
  • 677 Beiträge seit
    13 August 2022
Mehr
Vielen Dank für diese wertvollen und aufmunternden Worte.

Leider haben die Orthopäden keine Ahnung vom MM da dies eine internistische Erkrankung ist, was die Sache immer schwierig macht.

Ich wünsche euch weiterhin alles erdenklich Gute

Doris
Das Leben geht weiter, selbst wenn es humpelt

felicity2001 antwortete auf Randalierender Pschyrembel-Leser?
23 März 2025 07:29
  • felicity2001
  • Offline
  • 22 Beiträge seit
    07 Oktober 2015
Mehr
Hallo, vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen hier geteilt hast. 2015 haben wir sehr Ähnliches erlebt und ich bin erschüttert, dass Patienten dies immer noch erleben müssen.
Wir hatten eine Odyssee an Orthopädenbesuchen hinter uns. Verspannt, psychisch, soll Sport machen etc. ... Als doch endlich mal geröntgt wurde mit zwei sichtbaren Rippenbrüchen meinte der erfahrene Orthopäde allen Ernstes „ja, sowas kann schon mal passieren". Als Highlight habe ich meinen Angehörigen in dem Sommer noch zur Osteopathin geschickt - eine gefährliche Sache, denn ihr „Rumdrücken" hätte ihm den bröseligen Rücken brechen können. Erst ein CT hat schließlich das Rätsel gelöst.
Nach der Diagnose MM IIIb mit Osteolysen im ganzen Körper und Nierenversagen geht es hier meinem Angehörigen nach in diesem Oktober zehn Jahren (!) erstaunlich gut, er arbeitet immer noch in Vollzeit als Handwerksmeister (!). Ich glaube als Laie, dass dies vor allem durch die anschließenden Infusionen mit Bisphosphonaten möglich ist, die tatsächlich die Knochen unfassbar stabilisiert haben. Die akute Krebs-Behandlung beinhaltete damals nur kurz beschrieben (aus der verdrängten Erinnerung heraus, daher vielleicht auch im Wording nicht ganz korrekt), erst mal dringende Stabilisierung der Wirbelsäule durch eine große Platte, monatelange Chemo im Krankenhaus (Revlimid etc.) als Vorbereitung auf dann zwei Autologe SZT, in der Vorbereitung als Highlight noch 10 Wochen sechs Stunden? Liegend-Dialyse mit HCT-Filter drei Mal die Woche. Nach dem zweiten Auslassversuch war durch die Behandlung die Niere wieder okay (bis heute, 10 Jahre später). Dann die zwei Stammzelltransplantationen. Abschließend musste durch die hohen Kortison-Gaben noch auf beiden Augen ein grauer Star repariert werden (sieht heute immer noch besser als vorher). Nach einem Jahr Behandlung Drei Jahre keinerlei Behandlung, seither dann einmal monatlich Daratumumbab (ohne Revlimid, da er damit nicht mehr arbeiten könnte) - zunächst wöchentlich wieder im Rezidiv. So ganz kurz im Stakkato.
Ich schreibe dies hier nur, um Mut zu machen. Wir hätten damals nie gedacht, dass uns diese Science-Fiction-Behandlung so viele tolle Jahre und schmerzfreie Zeiten schenkt.
Es bringt was, sich zu kümmern, zu informieren, nachzuhaken, Laien-Experte für die Krankheit zu werden in der akuten Phase.
Und vor allem - die wunderbaren Spezialisten, die wir gefunden hatten. Die Ärzte im Rechts der Isar in München und Prof. Dr. Straka.
Mein „Patient" hat sich ausgezeichnet durch ein dann großes Vertrauen in die behandelnden Experten und ein freundliches, geduldiges Wesen. Er hat sich durch Lesen einfach immer in eine andere Welt „gebeamt", wenn es schwierig wurde und hat dieses lange lange Warten, das ja mit diesen Behandlungen verbunden ist, einfach hingenommen. Als Angehörige habe ich darauf geachtet, dass nichts vergessen wurde (soweit es mir möglich war) und zum Beispiel auch auf Schmerzmittel bestanden, da hier manchmal doch recht vorsichtig vorgegangen wurde. Heute kümmere ich mich nicht mehr viel, da wir eine onkologische Praxis haben, denen wir voll vertrauen.
Dessen ungeachtet ist mir bewusst, dass es auch ganz andere Verläufe gibt, obwohl alles getan wurde, was geht. Aber wie beschrieben, ich möchte mich nur kurz dazu äußern, um Dich zu bestärken. Viele Grüße und von Herzen alles alles Gute auf diesem Weg.