Hallo,
es drängt sich mir der Eindruck auf, dass sich die ursprünglich spezifische Frage nach der Häufigkeit eines Kontroll-CT bei einem MM in einen allgemeinen Austausch über bildgebende Verfahren mit dem Schwerpunkt "wer hat was bekommen" gewandelt hat.
Ich habe in den letzten Jahren viel über Bildgebung gelesen, wir diskutieren dieses Thema auch regelmäßig in der Selbsthilfegruppe. Meines Erachtens lassen sich die persönlichen Erfahrungen da nicht unbedingt vergleichen, denn die unterschiedlichen Verfahren werden für unterschiedliche Fragestellungen eingesetzt. Ich habe mir gemerkt, sozusagen als Faustregel: CT kann besser Knochen, MRT kann besser Weichteile, PET kann am besten den Krankheitsprozess abbilden. Und darüber hinaus gibt es noch viele exotische bildgebende Verfahren, wie ich im Vortrag von Frau Dr. Conrads anlässlich des letzten digitalen MM-Forums vom 25.11.2023 in Würzburg gelernt habe. Ich sage nur: Spektrales CT und Photon-Counting-CT. Mir gefällt das Fazit von Frau Dr. Conrads: "Abstimmt auf jeden einzelnen Patienten beinhaltet die radiologische Diagnostik beim MM sowohl CT als auch MRT, um die Stärken beider Methoden bestmöglich zu Nutzen und die jeweilen Schwächen auszugleichen." Für eine Standard-Routine-Kontrolle ist ein PET-CT nicht nur zu teuer und auch für gesetzlich Versicherte nur schwer zu bekommen, sondern gar nicht notwendig.
Für mich ist noch wichtig, wie körperlich und emotional belastend eine Bildgebung ist. Ein MRT kann gerne mal 30 Minuten und länger dauern, und Rückenschmerzen sowie Raumängste können da schon eine wichtige Rolle spielen.
Ängste vor Strahlen, egal welcher Art, sind in der deutschen Bevölkerung gar nicht mal so selten. Im Hinblick auf die Ängste vor einer schädigenden Wirkung von Strahlen mancher Teilnehmender hier im Forum bin ich der Meinung, das es wenig hilfreich ist, diese ad absurdum zu führen. Ängste können, müssen aber nicht rational sein. Es stimmt zwar: Die statistische Wahrscheinlichkeit einer Beeinflussung eines MM durch ein Kontroll-CT ist nur sehr gering. Aber sie kann auch nicht ganz ausgeschlossen werden. In der Wissenschaft gibt es nach meiner Kenntnis keine absoluten Erkenntnisse, sondern immer nur Wahrscheinlichkeitsaussagen, und das ist auch gut so.
Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)