Zum Hauptinhalt springen
26 Juli 2019 17:56
  • TheRedOne
  • 0 Beiträge seit
    04 August 2026
Mehr
Hallo,
als Mitautor des Newsletters kann ich dazu etwas sagen. Die Häufigkeit der Hochrisikozytogenetik ist stark von der jeweiligen Studie und Definition der Hochrisikozytogenetik abhängig. Die 15% liegen tatsächlich im unteren Schätzbereich, Uptodate als großes Nachschlagewerk nennt 25%, für unsere aktuellen Studien rechnen wir mit 20-25% der Neudiagnosen. Zu beachten ist, dass je nach Studie verschiedene Veränderungen als Hochrisiko definiert werden. Die Translokation t(11;14) hat z.B. zwar statistisch ein leicht schlechteres Ansprechen, wird aber dennoch nicht als Hochrisiko gewertet, da die Auswirkungen sehr klein sind. In der neuen deutschen Leitlinie, die aktuell geschrieben wird gelten nur die t(4;14), del 17p13, t(14;16) und ein Zugewinn 1q21 ab mehr als 3 Kopien als Hochrisiko.
In Studien, die Rezidivpatienten behandeln erhöht sich, wie Herr Eisenbeisz schon erwähnte der Anteil allerdings entsprechend.
Viele Grüße
Lukas John

16 Juli 2019 15:37
  • Logopädin
  • Autor
  • Offline
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Mehr
Hallo Klaus,
danke vielmals. 25% ist wahrscheinlich passender.
Sehr schön, dass der Zugewinn 1q21 in der Antwort angesprochen wurde.
Da der "mein" Problem ist und ich viel dazu recherchiere, ist mir auch schon
aufgefallen, dass dieses relativ "neue" genetische Risiko ( O-Ton eines Oberarztes:"Da
wissen wir noch nichts Genaues drüber, das haben die Heidelberger vor ein paar Jahren ausgebuddelt")
mal so und mal so gesehen wird. Als Hochrisiko oder eher als "ungünstig", erst bei mehr als drei Kopien
als schlecht oder -wie die jüngeren Untersuchungen behaupten - generell schlecht, egal wieviel mehr Kopien als zwei da sind...
Hoffen wir einfach darauf, dass diese Genetiken bald mit entsprechenden Behandlungsansätzen keine Rolle mehr spielen wird.
Liebe Grüße
Nicole

16 Juli 2019 09:55
  • klaus99
  • Offline
  • 468 Beiträge seit
    05 Februar 2014
Mehr
Hallo Nicole,

Dr. Lukas John hat uns auf meine Anfrage hin ergänzend folgende Anmerkungen geschickt:

Ich bin mir nicht mehr sicher aus welcher Studie ich die Daten hatte, aber aus einer einzelnen Publikation und wie Sie selber bemerken, sind die Schwankungsbreiten je nach Studie und verwendeten Definitionen der Hochrisikozytogenetik allerdings relativ hoch. Bezüglich einer Hochrisikozytogenetik t(4;14), t(14;16), t(14;20), del17p13, oder gain 1q (schwierig zu beurteilen da hier die genaue Kopienanzahl nicht erfasst wird und wir erst ab 4 Kopien von Hochrisiko reden) nennt Uptodate eine Zahl von 25%. Intern rechnen wir tatsächlich auch mit ca. 20-25%.

Von daher ist das mit 15% tatsächlich eher im unteren Schätzbereich, vielleicht könnten Sie das ausbessern und 20-25% draus machen. Man wird sicher Studien finden die je nach Definition und statistischen Schwankungen alle möglichen Zahlen dazwischen zeigen, aber das ist das womit wir hausintern rechnen und was auch ganz gut mit uptodate und der meisten Literatur übereinstimmt.
(t(11;14) wird im Kanon nicht zur HR-Zytogenetik gerechnet (trotz statistisch etwas schlechterem Ansprechen und PFS)


Ggf. bekommen ich hier auch noch eine ergänzende Stellungnahme von Frau Prof. Anna Jauch vom Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Liebe Grüße
Klaus

Wir sterben nur einmal - Wir leben jeden Tag
myelom.online
facebook.com/myelom.online

11 Juli 2019 19:18
  • Logopädin
  • Autor
  • Offline
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Mehr
Hallo Klaus,
nein- meine Zahlen gelten nur für neudiagnostizierte Patienten.
Das habe ich bei meinen Recherchen bereits berücksichtigt.
Die HD4-Studie war z.B. genauso wie HD6 nur eine für neudiagnostizierte Patienten...
Aber danke, dass du nachfragst.
Vielleicht klärt sich die Sachlage dann.
Liebe Grüße
Nicole

11 Juli 2019 17:55 - 11 Juli 2019 17:57
  • klaus99
  • Offline
  • 468 Beiträge seit
    05 Februar 2014
Mehr
Hallo Nicole,

die Autoren unseres Newsletters (Dr. med. Lukas John, Prof. Dr. med. Hartmut Goldschmidt und Frau Prof. Anna Jauch) schreiben folgendes:

Generell ist bei Erstdiagnose meist nur bei einem kleinen Teil der Patienten (ca. 15%) eine Hochrisikozytogenetik vorhanden. Nach Vortherapien steigt dieser Prozentsatz an.

Insofern kann es durchaus sein, dass andere Quellen ggf. nicht auf die Aberrationen bei Erstdiagnose abstellen, sondern auf das generelle Vorhandensein (auch nach entsprechenden Therapien).

Leider mutiert das Myelom und kann durchaus zu einen späteren Zeitpunkt entsprechende Aberrationen vorweisen.

Ich kann aber gerne deine Angaben mal an die Autoren weiterleiten. Vielleicht gibt es ja eine plausible Erklärung.

Gruß Klaus

Wir sterben nur einmal - Wir leben jeden Tag
myelom.online
facebook.com/myelom.online
Letzte Änderung: 11 Juli 2019 17:57 von klaus99. Begründung: Rechtschreibung

11 Juli 2019 16:51
  • Logopädin
  • Autor
  • Offline
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Mehr
Liebe Gemeinde,
laut unserem neuesten newsletter zur Hochrisikozytogenetik - vielen Dank zunächst dafür, sehr gute Erklärungen -
beträgt die Inzidenz bei neudiagnostizierten Patienten nur 15 % für alle dort genannten Hochrisikokonstellationen zusammen ( also del17p13, t4:14,t14:16 und +1q21 ).Also lediglich 15 % der Patienten tragen eine oder mehrere Aberrationen.
Das widerspricht allem, was sonst so veröffentlicht wird. Das UK Heidelberg hat die Zahl von 25% ( Prof. Goldschmidt wird dort als Autor genannt ) allein für die 3 Konstellationen ohne +1q21 angegeben. Die HD4-Studie gibt 40% allein für +1q21 und t4:14 an, ein Onkodin-Artikel von 2011 gibt 5-10% für del17p13 an, 15-20% für t4:14 und 15-20% für t11:14. Das sind zusammen auch mindestens 35%. Die Relevanz von +1q21 kannte man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht...
In der Literatur wird häufig die Zahl 40% genannt für eine oder mehrere der vier relevanten Aberrationen bei neudiagnostizierten Patienten.
Hat sich da was verändert in den letzten Jahren ?
Oder handelt es sich evtl. um einen Fehler im newsletter ?
Ich weiß nicht, wo man da eine Nachfrage stellen könnte...
Mir erscheint das insofern relevant in Bezug auf Forschung nach Behandlungsansätzen.
Weiß jemand von euch da was ?
Mit ratlosen Grüßen
Nicole