Hallo Mira, hallo Stefan !
Katharina hat völlig recht.
Erstens ist es relativ einfach, die Studienkriterien für die Aufnahme der Erstlinienstudien zu erfüllen-
sonst bekämen die ihre ca. 600 Patienten ja auch gar nicht zusammen.
In der Regel beschränkt sich das auf Alter unter 70 J., Erstbehandlung, einigermaßen intakte Nierenfunktion.
Zweitens ist es selbstverständlich so, dass bei Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen Medikamente modifiziert werden können. Bei mir wurde die Erhaltungsdosis Revlimid reduziert und als ich mich weigerte,das Elotuzumab mit Cortison einzunehmen, hat man auch das akzeptiert.
Bei einer Studie muss das Studienprotokoll im Großen und Ganzen allerdings eingehalten werden. Das bedeutete für mich, dass ich bei den vielen wechselnden Ärzten in meinem Studienzentrum manchmal den Eindruck hatte, dass es weniger um mich als Individuum als vielmehr um "die Studie" ging. Aber das mag an anderen Studienorten wieder anders sein.
Als schwierig empfand ich es, dass ich trotz CR mit MRD-Negativität ( besser geht es nicht !) noch mal eine Konsolidierung machen musste - was ich völlig überflüssig fand.
Jetzt - im Nachhinein - jedoch bin ich froh, Teil der Studie gewesen zu sein.
Dadurch kam ich in den Genuss des hochwirksamen VRD-Regimes und zusätzlich einen hochwirksamen und bei mir völlig nebenwirkungslosen neuen Antikörper zu erhalten.
Vielleicht bin ich auch deshalb immer noch in CR - erst wieder frisch bestätigt.
Ein weiterer Vorteil der Studienteilnahme ist, dass man immer Studienteilnehmer bleibt, also immer ganz besonders aufmerksam und engmaschig kontrolliert wird. Z.B. wird bei mir Blut und Urin auf Leichtketten untersucht, bei anderen Mitpatienten nur das Blut.
Ich werde auch im Rezidiv nach einer Studie suchen...
Liebe Grüße
Nicole
Letzte Änderung: 07 Aug. 2019 16:56 von Logopädin. Begründung: Rechtschreibfehler