Guten Abend
Ich habe schon einiges im Forum gelesen und mich nun angemeldet.
Bei meiner Mutter, 71 Jahre alt, wurde vor 2,5 Jahren ein Multiples Myelom diagnostiziert. Es war bereits weit fortgeschritten. Sie hatte wahnsinnige Schmerzen aufgrund eingestürzter Wirbel. Es folgte eine Eigenstammzellentransplation, die sehr gut verlief, dann eine Erhaltungstherapie mit Revlimid. Das ging leider nicht allzu lange gut. Das MM meldete sich aggressiv zurück. Die Behandlung mit Kyprolis begann. Leider ging das nicht gut, meine Mutter hatte mehr als drei Liter Wasser in der Lunge und einen Infekt; vier Wochen Spital waren die Folge. Danach durfte sie heim, In einem deutlich schlechteren körperlichen Zustand. Kyprolis wurde dann weiter verabreicht, in geringerer Dosierung. Leider schritt die Krankheit trotzdem fort.
Nun wird sie mit Darzalex behandelt. Sie verträgt die Therapie bisher gut. Ihr Arzt sagt, die Krankheit sei auf tiefem Niveau stabil, noch könne es auf beide Seiten kippen. Sie braucht immer wieder Blut, vor allem Plasma.
Meine Mutter ist unglaublich positiv. Sie freut sich an den kleinen Dingen im Leben, an allem, was sie noch kann. Über ihre Krankheit will sie nicht zu viel wissen. Sie lebt im hier und jetzt, denkt nicht an morgen. Ich bewundere sie unglaublich dafür!
Ich selber habe zunehmend das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Am schlimmsten ist es, nicht zu wissen, wie viel Zeit noch bleibt. Natürlich weiss man das nie, trotzem.
Ich habe mit meiner Mutter über das Sterben gesprochen. Sie hat keine Angst, hadert nicht. Ich aber habe Angst. Angst vor der Lücke, die sie hinterlassen wird. Angst davor, dass sie Schmerzen haben könnte. Ich möchte ihr so gerne helfen und ihr Leid abnehmen können. Ich fühle mich unglaublich hilflos und oft auch sehr allein. Ich bin ihr einziges Kind.
Ich möchte so gerne daran glauben, dass sie nochmals Zeit erhält. Aber seit die Krankheit wieder aktiv ist und sich so aggressiv zeigt, wage ich fast nicht mehr zu hoffen.
Das wollte ich einfach in Worte fassen.
Danke fürs Lesen.
Bettina