Hallo Xen,
die freien Leichtketten wurden ja schon bestimmt. Den Quotienten kann man notfalls selbst berechnen siehe hier:
www.labor-limbach.de/laborrechner/labor-...ichtketten-quotient/
), aber Achtung: bitte auf die Maßeinheiten (mg/l bzw. g/dl) und die zum Teil unterschiedlichen Referenzwerte von Laboren achten.
Zur Entscheidung über eine Behandlungsbedürftigkeit werden die CRAB- bzw. SLIM-Kriterien herangezogen:
CRAB-Kriterien:
C: hyperCalcaemia, Hyperkalzämie mit einem Serumkalziumwert von > 2,75 mmol/l oder > 0,25 mmol/l oberhalb des oberen Normwertes.
R: Renal failure, Niereninsuffizienz mit einem Serumkreatininwert von > 2 mg/dl oder einer Kreatinin-Clearance < 40 ml/min.
A: Anemia, Anämie mit einem Hämoglobinwert von < 10 g/dl oder mehr als 2,0 g/dl unterhalb des unteren Normwertes.
B: Bone lesions, Knochenläsionen mit einer oder mehreren osteolytischen Läsionen.
Zusammen mit einem durch eine Knochenmarksbiopsie bestätigten Wert von mindestens 10 % klonaler Plasmazellen im Knochenmark betroffener Patienten, genügt zusätzlich mindestens ein erfülltes CRAB-Kriterium zur Diagnosestellung eines symptomatischen multiplen Myeloms. Gleichzeitig ist hiermit die Indikation für einen Therapiebeginn gegeben.
SLiM-Kriterien:
S: Sixty percent bone marrow plasma cells, eine mehr als 60%ige Infiltration von Plasmazellen im Knochenmark.
Li: Involved:uninvolved serum free Light chain ratio ≥ 100, Erhöhung der Leichtketten-Ratio von involvierter freier Leichtkette zu nicht involvierter freier Leichtkette ≥ 100 bei einer Konzentration der erhöhten Leichtkette von mindestens 100 mg/l.
M: > 1 focal lesions on MRI studies, in der Magnetresonanztomographie mehr als eine fokale Knochenläsion von mindestens 5 mm Größe in der Ganzkörperaufnahme erkennbar.
Auch hier gilt, dass ein durch Biopsie bestätigter Wert von mindestens 10 % klonaler Plasmazellen im Knochenmark betroffener Patienten zusammen mit mindestens einem der SLiM-Kriterien zur Diagnosestellung eines symptomatischen multiplen Myeloms genügt. Des Weiteren ist hier ebenfalls die Indikation für einen Therapiebeginn gegeben.
Also wären als nächstes ein MRT bzw. Ganzkörper-CT erforderlich, um festzustellen, ob bereits Osteolysen existieren und ggf. eine Knochenmarkspunktion um festzustellen, wie hoch der Anteil monoklonaler Plasmazellen im Knochenmark ist. Sinnvoll ist auch eine Laboruntersuchung des Urins, und zwar 24-Stunden-Sammelurin. Spontan-Urin ist nicht geeignet.
Aber bevor ihr euch weiter den Kopf zerbricht, bespricht das mit einem Hämatologen.
Welcher Arzt hat denn die Serumsuntersuchung durchgeführt und gab es dafür einen bestimmten Anlass?
Füll doch auch bitte dein Profil aus, dann lassen sich einige Fragen ggf. besser einordnen.
Gruß Klaus