Liebe Udine!
Du hast vollkommen Recht! Das ist eine sch...Krankheit und die Prognosen sind wirklich noch sehr bescheiden.
Denn, wie Du richtig schreibst,5 Jahre Überlebensrate bedeutet zunächst mal nur , dass 50% innerhalb dieses Zeitraumes nicht gestorben sind.
Es sagt nichts über die " ART" des Überlebens aus.
Ich sehe den täglichen Überlebenskampf meines Mannes.
Die Therapien greifen nicht richtig, die Nieren arbeiten auch nur noch eingeschränkt, die Nebenwirkungen der Infusionen und Tabletten sind mitunter sehr stark.
Trotzdem gehört er noch zu den glücklichen Patienten , die Reisen können und kleine Spaziergänge oder auch mal fünf Loch auf den Golfplatz gehen können.
Er bekam seine Diagnose mit 66. Bis dahin vermeintlich fit und gesund.
Wir hatten noch viel vor. Auch wenn mir, als deutliche jüngere Partnerin , bewusst war ,dass ich wahrscheinlich die letzten Jahre alleine leben werde, so ist das (Über)Leben mit dem MM noch mal etwas ganz anderes.
Es hält uns die Endlichkeit auf brutale Art und Weise vor Augen.
Ich bewundere die vielen optimistischen Threads hier in diesem Forum , vor allem auch von jungen
Patienten.
Aber ketzerisch gefragt: Wann ist man alt genug für diese Krankheit? Hat nicht auch ein älterer Mensch noch Hoffnung auf ein langes Leben? Wahrscheinlich senkt der Umstand , dass vor allem ältere Menschen MM bekommen, die statistische Lebenserwartung nach unten. Aber ich glaube nicht, weil sie sowieso gestorben wären, sondern weil ein älterer Körper dieser Krankheit weniger entgegensetzen kann.
Das macht mich persönlich noch trauriger. Weil der Kampf einfach oft so aussichtslos ist.
Trotz oder vor allem wegen dieser Krankheit wünsche ich allen Patienten und Angehörigen frohe Ostern! Macht Euch schöne Tage! Und bei allen negativen Gedanken und Momenten, stirbt die Hoffnung doch immer zuletzt!

Daniela