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20 Mai 2016 17:45 - 20 Mai 2016 23:42
  • Anirak
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    03 August 2026
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Hallo Logopädin

habe erst heute Deine PN entdeckt, die Du im Februar geschrieben hast.
Habe erst jetzt im neuen Forum entdeckt, wie das funktioniert mit den PNs.
Hab Dir jetzt auch eine PN geschickt.

Wie gehts Dir inzwischen?

Liebe Grüße
Karina
Letzte Änderung: 20 Mai 2016 23:42 von Anirak.

11 Feb. 2016 21:36
  • Anirak
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    03 August 2026
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Hallo Logopädin,

meine Schwester mußte auch eine Halskrause tragen wegen Tetraplegie-Gefahr. Sicher war das lästig. Aber man muß es doch im Verhältnis zu der drohenden Gefahr sehen. Mit einer Tetraplegie ist nicht zu spaßen.
Ich weiß nicht, was genau für ein Myelom sie hatte (dafür hat sie selbst sich auch nie interessiert), aber für die Stabilität ist es wohl auch egal, von welcher Art Myelom die Wirbelsäule zerlegt wird. Nach einer anfänglichen Chemo gings ihren Nieren wieder besser (was bei Diagnosestellung absolute Priorität hatte, da ihr Leben an einem dünnen Faden hing). Nachdem das sichergestellt war, wurde die HWS bestrahlt, um den verbliebenen Knochen (bei einer riesigen Osteolyse) zu bewahren. Anschließend hielt ihre Wirbelsäule noch gut bis zu ihrem Tod eineinhalb Jahre später.
Ich bin sicher, sie hätte die Halskrause gern noch ein paar Jahre getragen, wenn sie dafür hätte länger leben dürfen.
Übrigens an dieser Stelle noch eine Bemerkung zu den kürzlich geäußerten Suizidgedanken: Diese eineinhalb Jahre waren für uns alle sehr wertvoll (für sie und für uns Angehörige). Sie hat sehr intensiv gelebt, wir sind uns alle viel näher gekommen, sie konnte noch eine ganze Menge Dinge zu ihrer Zufriedenheit fertigmachen, und nicht zuletzt hatten wir auch die Möglichkeit, uns auf ihr Sterben und den Abschied vorzubereiten. Das war für sie, aber auch für uns Angehörige sehr wichtig. Sicher kann der Lebenswille mal infragegestellt sein in so einer Situation wie Deiner, aber später sieht rückblickend alles anders aus und die Krebserkrankung war Schock genug, da braucht es nicht auch noch einen Suizid - jedenfalls aus Sicht der Angehörigen.

Die häßliche Halskrause hat meine Schwester mit schönen Tüchern bezogen, sodass wir uns alle rasch daran gewöhnt haben. Schlimm war es nur im Sommer, wo es dann am Hals zu warm wurde. Aber zumindest bis bestrahlt worden ist, würde ich auf jeden Fall alle Sicherheitsvorkehrungen einhalten.

Liebe Grüße
Karina

11 Feb. 2016 19:29
  • Lucy
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    12 Dezember 2012
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Liebe Logopädin,

auch ich habe ein Leichtkettenmyelom Typ Kappa (diagnostiziert vor fast vier Jahren), wobei mir neu ist, dass ein solches mit einer schlechten Prognose einhergehen soll. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass diese Art von Myelom besonders gut zu behandeln sei. :o Es ist absolut richtig, dass das Ausschlaggebende sowieso das Ansprechen auf die Therapie ist. Also schieb die Statistiken gedanklich beiseite.

Zu der Knochenproblematik möchte ich Dir meine Erfahrungen mitteilen. Es geht mir dabei nicht um das Verbreiten von Zweckoptimismus, sondern um meine erlebte Realität mit allen Höhen und Tiefen. Manches wird Dich vielleicht etwas schocken, aber konzentriere Dich auf die positive Wendung des Ganzen.

Da bei mir die Diagnosestellung wie bei vielen MM-lern viel zu lange dauerte, war das Kind schon in den Brunnen gefallen und zahlreiche Wirbel waren irreversibel eingebrochen, anfangs auch mit Option auf Querschnittslähmung, dazu einige Rippen. Mir ging es wie Dir, ich war in Schockstarre und kam mir vor wie ein Glaskörpermensch, dem bei der nächsten Bewegung alles bricht. Es überstieg einfach meine Vorstellungskraft, wie ich mit so einer Wirbelsäule mein Leben weiterführen könnte, Haushalt und Familie versorgen etc. Psychisch damals ein echter Hammer, gebe ich zu.

Ich habe dann auch ein Stützkorsett bekommen, fand ich einerseits doof, damit herumzulaufen, aber es hat mir auch Sicherheit verliehen, dass meine Wirbel nun endlich unterstützt werden. Und ich habe mich strikt an alle Ratschläge der Ärzte gehalten, nichts heben, nicht herumhüpfen, langsame bewusste Bewegungen, das ganze Programm. Also lass jetzt im Moment lieber größte Vorsicht walten. Es wird aller Wahrscheinlichkeit nach aber auch wieder besser. Bald nach Beginn meiner Therapie wurden die Schmerzen weniger und das Zutrauen in meine Knochen wieder größer. Ich wurde wieder beweglicher und konnte das Korsett immer öfter weglassen. Über die Zeit (Monate!) habe ich wieder vorsichtig mit Sport angefangen. Meine Lebensfreude kehrte definitiv zurück. Mein Arzt sagte damals: Ihr Körper arbeitet für Sie, nicht gegen Sie. Das habe ich mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen.

Und heute? Ich versuche alles mir Mögliche, um meine Knochen zu stärken, d.h. moderaten Sport, viel Bewegung an der frischen Luft, auf Anraten meiner Ärzte seit fast vier Jahren alle 4 Wochen Bisphosphonate, regelmäßige Einnahme von Vitamin D (vom Onko verordnet). Einige Dinge gilt es zu vermeiden, d.h. schwere Lasten und Tätigkeiten, Joggen etc. Aber ansonsten lebe ich fast normal und mit Genuß und Freude. Ich bin nie ganz schmerzfrei, aber es ist aushaltbar. Ich bin mir dessen bewusst, dass mit meinen Knochen wieder etwas passieren kann, aber ich lebe nicht in ständiger Angst davor, denn wie gesagt mehr kann ich nicht tun. Das Korsett hängt im Schrank, nur wenn wir in den Urlaub fahren, nehme ich es mit, für alle (Not-)Fälle :oops: Das einzige was mich echt nervt sind die blöden Kommentare meiner Mitmenschen :evil:, denn ich habe einiges an Körpergröße eingebüßt und zu diesem Thema sowieso einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex entwickelt und dann bekomme ich öfter noch blöde Sprüche zu hören...Meine Knochen werden auch nicht ständig untersucht, meine Ärzte "vermuten", dass meine Wirbelsäule nicht unbedingt besser, aber auch nicht schlechter geworden ist. Bei Verschlechterung der Werte würde aber sofort ein MRT gemacht.

So, liebe Logopädin, jetzt habe ich aber viel (hoffe nicht zu viel :lol:) geschrieben, aber ich konnte mich so gut in Dich hineinversetzen, wie Du Dich gerade fühlst und da wollte ich Dir doch etwas Mut zu sprechen.

Es grüßt ganz herzlich,
Lucy





11 Feb. 2016 17:24
  • joseph
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    03 August 2026
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Hallo Logopädin

Ich bin ein reiner Kappa-Leichtketten-Myelomler

Wenn Knochen bröseln, ist nun mal "Vorsicht" geboten, wenn ich mein MRT mir so ansehe, was ich als Laye erkenne .......... da weiss ich auch, dass es halb Zwölf ist und mit dem volle Kraft vorraus , so gut wie fertig ist.

Habe aus meiner Bestellung von 25 Tonnen Buchenholz (4m Stämme) nur noch 12 Tonnen bestellt für Mitte März nach der Chemo und danach wird auf Pellets umgebaut ......... ich werds mit dem Holzmachen nicht mehr hinkriegen in den nächsten Jahren (möcht auch nicht mehr)

Denk dran, du hast nur ein Genick........bei Bruch ......... trägst du Windeln , also pass auf :wink:

LG

Joseph


11 Feb. 2016 16:35
  • Logopädin
  • Autor
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  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
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Hallo,ihr Lieben !
Da bin ich wieder. Jetzt ist die Diagnose durch das Lübecker Labor gesichert.Leichtketten vom Typ Kappa "Rasenartig" in der Aspirationsprobe und viele unreife Plasmazellen.
Habe mich in Essen (WTZ-Ambulanz) gestern vorgestellt, wo der Oberarzt meinte, wirklich prognostisch aussagekräftig wäre das Ansprechen auf die Therapie - der Rest mehr rechnerischer oder statistischer Wert.Ich habe ihn natürlich mit meinem "Internet-Wissen" bezüglich unreife Plasmazellen gleich schlechte Prognose und Leichtkettenmyelom gleich schlechte Prognose konfrontiert.
Außerdem habe ich den Fehler gemacht, zu fragen,ob ich denn die Halskrause nicht abnehmen könnte,schließlich bin ich damit doch zwei Wochen vorher mit meinen Halswirbeln auch noch arbeiten, tragen, bücken etc. gegangen. Das Ergebnis war ein tief von meiner"durchmetastasierter Wirbelsäule"(O-Ton) beeindruckter Ober-Orthopäde, der zusammen mit dem Wibelsäulenspezialist entschied, mir zusätzlich noch ein Stützkorsett zu verpassen.Und auch das würde keine Sicherheit in Bezug auf Querschnittslähmung geben.
Irgendwie wird der Alptraum immer schlimmer...
Hat jemand eine Erfahrung dazu?
Liebe Grüße
Logopädin