Zum Hauptinhalt springen
16 Sep. 2015 17:59
  • Ben
  • Autor
  • Offline
  • 19 Beiträge seit
    29 August 2015
Mehr
Heute war Besprechungstermin. Wir hatten Glück. Es liegt lt. Internisten keine monoklonare Gammopathie vor. Ich habe die Ergebnisse in Kopie erhalten, einzig auffällig war eine minimale Erhöhung im Gamma-Globulin. Referenzwert (11,8 - 17,8%) war 19,4% und in Menge (0,71 - 1,42 g/dl) war 1,49. Gesamteiweiß SE und i.U., sowie alle anderen Werte (Albumin, Alpha 1/2, Beta, sowie Fr. Kappa/Lambda Quotient SE) normal. Immunfixation Serum wie Urin negativ.

Leute! Jetzt kann man sagen, Du hast Dir zu früh einen Kopf gemacht und die Ergebnisse nicht abgewartet, wahrscheinlich auch zuviel im Internet nachgelesen. Möglich!

Trotzdem, irgendwas muss man lernen bzw. mitnehmen.

Lebe jeden Tag, lebe ihn intensiv und glücklich. Denn es kann jederzeit Dein letzter sein und zwar für jeden von uns.

Gehe auf andere Menschen ein. Höre ihnen zu und bedenke, dass jeder von ihnen seine eigenen Gefühle hat und wahrgenommen werden will.

Nimm den Alltag nicht so wichtig und plane nicht die Zukunft. Die Gegenwart ist wichtig. Manchmal kann eine freundliche Geste oder irgendeine andere Situation, die man vorher nur beiläufig mitbekommen hat, sehr viel intensiver wahrgenommen werden.

Aber versuche auch anderen Menschen zu helfen, wenn es möglich ist und freue Dich darüber, wenn es ihnen dabei gutgeht.

Das sind alles Dinge, die sich bei mir in den letzten Wochen verändert haben und das war für mich eine wichtige Lektion in meinem Leben.

Liebe Grüße
Ben

31 Aug. 2015 19:27
  • Ben
  • Autor
  • Offline
  • 19 Beiträge seit
    29 August 2015
Mehr
Hi Lynburry,

danke für Deinen Kommentar. Das hilft mir sehr weiter. Ich werde irgendwann mein seelisches Gleichgewicht wieder finden.

Ich habe auch noch nicht soviel davon erzählt, außer die ermunternden Worte der MM Betroffenen, die eben auch darlegen, dass man durchaus noch sehen kann, wie die Kinder groß werden. Das hat meine Frau ermuntert.

Von all dem "gutmütigen MM", das dann wohl doch sehr aggressiv wütet und innerhalb von Wochen und Monaten dem Patienten alle Knochen brechen lassen kann und ihm sämtliche Organe zu schaden kommen, habe ich dann nicht berichtet.

Für meine Frau ist es erst einmal wichtig, dass sie schmerzfrei ist und sich im Moment erfreuen kann. Außerdem weiß sie, dass es hierzulande hervorragende medizinische Versorgung auch für Kassenpatienten gibt.

Also ich habe erlebt, wie ihr Bruder in Thailand an Niereninsuffizienz bzw. koronarer Herzkrankheit gestorben ist. Das ist nichts für schwache Nerven. Für die Dialyse ist kein Geld da (kostet eine Behandlung ca. 3.000 Baht), Monatsverdienst ca. 8.000 Baht. Da bleibt dann nur die Grundversorgung für ein paar Tabletten im Krankenhaus (etwas bessere bei Zuzahlung an den Arzt, aber alle nur im Tütchen ohne Beipackzettel) und regelmäßiger Sauerstoffflasche zum Schlafen. Also weiter möchte ich das gar nicht abhandeln. Ich habe das 3,5 Jahre miterlebt.
Aber auch hier meinte meine Frau für den Fall des Falles: Keine Angst, mein Schatz, in Deutschland gibt es gute ärztliche Versorgung, gute Medizin und keine Korruption. Das ist dann doch nochmal eine andere Welt.

31 Aug. 2015 18:40
  • Lynburry
  • 0 Beiträge seit
    03 August 2026
Mehr
Hallo Ben,

ich kann Deine Sorgen und Ängste ganz gut nachvollziehen. Bei meinem Mann kam Anfang des Jahres der Verdacht auf Plasmozytom auf und ich war völlig durch den Wind und habe schon das Schlimmste befürchtet.

Aber eigentlich hat es nicht lange gedauert, bis ich selbst wieder zur Ruhe gekommen bin und ich denke, damit hilft man seinem Partner am meisten. Ich habe versucht mich zu informieren und ich habe hier so manchen guten Rat gefunden.

Meinem Mann habe ich gar nicht so viel von dem erzählt, was ich in Erfahrung gebracht hatte. Er kommt auch aus einem anderen Kulturkreis und scheint Deiner Partnerin im puncto Lebensphilosophie nicht so unähnlich zu sein.

31 Aug. 2015 17:40
  • Ben
  • Autor
  • Offline
  • 19 Beiträge seit
    29 August 2015
Mehr
Sorry, ich habe gerade gelesen, was Ihr in all den Jahren so alles durchgemacht habt. Das ist echt unglaublich, woher ein Mensch soviel Kraft schöpfen kann.

Das ist trotz alledem für mich eine echte Härteprüfung, weil bei mir gerade alte Narben drücken, obwohl ich vor knapp 20 Jahren (selbst auf Therapie) genügend Werkzeuge mit an die Hand bekommen habe.

In der Arbeit läufts, meine Frau darf Pause machen solange sie möchte. Ich kann schlafen, aber eben nicht mit allen Menschen austauschen. Meine Cheffin gibt mir frei, wenn ich Urlaub brauche. Ich habe noch meinen ganzen Jahresurlaub und ein volles Überstundenkonto, sollte davon etwas benötigt werden.

Meinen eigenen Plan zur Bewältigung meiner Erkrankungen kann ich einhalten, d.h. ich habe derzeit mein Asthma, meine Arthrose und meine Ösophagitis ganz gut im Griff. Außer meine Cortisonpräparate gegen Asthma brauche ich derzeit nichts. Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit, laufe 3 mal in der Woche 5000 Meter (Waldboden) und schwimme noch einmal 1000 Meter (Brust und Freistil). Das brauche ich zur Stabilisation meiner Lunge. Alles hängt und fällt mit der Arthrose, aber da bin ich seit 1 Jahr wieder entzündungsfrei. Brauche aber auch hier Hyaluronspritzen. Bin 52 und das ist erblich bedingt.

31 Aug. 2015 16:38
  • Henrika
  • Offline
  • 64 Beiträge seit
    19 Juli 2015
Mehr
Hallo Ben,

Deine Eingangsfrage war ja, wie Du Deiner Partnerin helfen kannst. Und ja, Du hilfst ihr am allermeisten, wenn Du gut für Dich sorgst - und es Dir gut geht, Du für sie da bist, wenn sie Dich braucht und darum bittet und ansonsten ggf. akzeptierst, dass sie aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds einen anderen (spirituellen?) Umgang mit Krankheit und Tod hast als Du. Schlußendlich: erstmal Diagnose abwarten, der Rest ist streßendes Kopfkino, welches niemandem hilft. Dir übrigens auch nicht.

31 Aug. 2015 15:35
  • Ben
  • Autor
  • Offline
  • 19 Beiträge seit
    29 August 2015
Mehr
........ich glaube, dass ich gerade etwas verstanden habe.

Klar man spricht auch mit seinen Eltern und auch mit dem Hausarzt. Er ist der beste der Welt. Er hat in 40 Arbeitsjahren schon viel erlebt. Er hat uns 14 sorgenfreie Jahre geschenkt. Ich habe ihn noch gefragt, ob wir zur osteorologischen Untersuchung gehen sollen, denn die Überweisung hatten wir vom Orthopäden. Da meinte er, dass er da auf jeden Fall hingehen würde. Die Ergebnisse bekommt er ja. Er kennt seine Patienten und weiß wie und wo er nachschauen muss. Mir hatte er auf den Weg gegeben positiv zu denken. :oops: ...ähm und mich beim letzten Mal zum Zuckerleistungstest einbestellt. Dabei fragte er mich, ob ich wieder zuviel Süßigkeiten gegessen habe? Seither arbeite ich an meiner Ernährung und es geht mir besser...und meine Frau soll mehr Wasser trinken. Wir werden langsam alt.:roll: