Heute war es dann soweit. Mein Mann und ich sind in der Praxis des Nephrologen aufgelaufen, um den Arztwechsel zu initiieren. Schon das Bild, dass sich uns beim Eintreten bot, war salomonisch. Vor einem Tresen stand mit dem Rücken zu uns ein großer schlanker Arzt. An der anderen Seite des Tresens stand unser bisheriger Nephrologe. Das Ganze sah eigentlich so aus, als würde unser alter Arzt vor einem Spiegel stehen, durch den wir in sein Gesicht blicken können. In Wirklichkeit standen sich aber der Arzt, den wir verlassen wollen und der, den wir stattdessen haben möchten, gegenüber.
Mein Mann hat gar nicht gemerkt, dass da zwei unterschiedliche Ärzte stehen. Er ist total auf die Spiegelbildvariante reingefallen. Unangenehm berührt meinte er nur zu mir, dass wir warten sollten, bis sein alter Arzt verschwunden ist, bevor wir den Termin beim Neuen machen. "Nö", sag ich: "wir müssen doch nicht warten" und schwupps fordere ich einen Termin bei Dr.'Neu'. "Aber eigentlich ist ihr Mann doch Patient von Dr. 'Alt' ", wirft die verdutzte Arzthelferin ein, worauf hin ich breitgrinsend säusel: "wir würden gerne eine zweite Meinung hören." Schwupps hatten wir den Termin und mein Mann ist total happy.