Zur Info auf Seite 26 & 27
www.myelom.org/fileadmin/Daten/Literatur...istherapie_final.pdf
7.5 Erschöpfung
Stammzelltransplantierte Patienten leiden sehr häufig unter ständiger Erschöpfung. Dieses als „Fatigue-Syndrom“ bezeichnete Phänomen findet mittlerweile zunehmend Beachtung. Fatigue (sprich: „Fatiek“) kommt aus dem Französischen und bedeutet „Müdigkeit“.Eigentlich ist Erschöpfung eine natürliche Schutzfunktion des Körpers.
Er reagiert so auf Belastungen und tut sein Ruhebedürfnis kund. Durch Schlaf ist der Mensch normalerweise in der Lage, seine Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Dies gilt jedoch leider nicht beim Fatigue-Syndrom.
Trotz ausreichender Schlaf- und Ruhephasen fühlen sich die Betroffenen antriebslos und sehr geschwächt. Die Bewältigung des Alltags fällt zunehmend schwer.
Fatigue-Spezialisten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren an der Entstehung des Fatigue-Syndroms beteiligt sind. Man spricht daher von einem multifaktoriellen Entstehungsmechanismus. So können u.a. psychologische Einflussmerkmale, wie z.B. die Art der Krankheitsverarbeitung, oder Stoffwechselstörungen, wie z.B. Zuckerkrankheit oder Schilddrüsenunterfunktion, eine Rolle spielen. Als gesichert wird auch angenommen, dass es in vielen Fällen einen Zusammenhang zwischen dem Fatigue-Syndrom und einer Blutarmut (Anämie) gibt. Rote Blutkörperchen enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin(Hb). Durch ihn sind sie in der
Lage, Sauerstoff zu binden. Durch die Zirkulation der roten Blutkörperchen im Blutkreislauf versorgen sie den gesamten Körper mit Sauerstoff. Nur ein ausreichend mit Sauerstoff versorgter Körper ist leistungsfähig.
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Nachsorge
Zur Linderung von sehr ausgeprägter Anämie werden in der Regel Bluttransfusionen gegeben. Diese Art der Therapie zeigt einen schnellen Erfolg. Da die Erythrozyten nur eine begrenzte Lebensdauer haben, kann eine wiederholte Gabe notwendig werden.
Erythropoetin ist ein in der Niere gebildeter, heute gentechnologisch herstellbarer und als Medikament verfügbarer Wirkstoff, der auf dem Blutweg die Bildung von roten Blutkörperchen anregt. Dieser Wirkstoff wird bei bestimmten Formen von Blutmangel verabreicht, allerdings stellt sich die Wirkung verzögert ein.
Um mit den Auswirkungen des Fatigue-Syndroms besser umgehen zu können, sollten Betroffene folgende Tipps beachten:
· Treiben Sie dosiert Sport nach dem Motto: den Körper belasten,
aber nicht überlasten. Insbesondere Ausdauersport (z.B. Nordic
Walking, Schwimmen, Fahrradfahren) ist sehr zu empfehlen.
· Eine gesunde Ernährung trägt zum Wohlbefinden bei. Versorgen Sie daher Ihren Körper mit ausreichend Vitaminen und Spurenelementen.
· Damit Sie sich entspannen und Kraft schöpfen können, ist es
wichtig, die Krankheit manchmal „beiseite“ zu legen. Räumen Siedaher Beschäftigungen, wie Lesen, Musik hören und Geselligkeitgenug Zeit ein.
· Teilen Sie Ihre Kräfte ein und planen Sie den Tagesablauf im Voraus. Erledigen Sie zuerst die Dinge, die Ihnen am wichtigsten sind und legen Sie zwischendurch Ruhepausen ein.
· Stecken Sie sich realistische Ziele und versuchen Sie, Ihre ggf.
reduzierte Leistungsfähigkeit zu akzeptieren.
· Scheuen Sie sich nicht, verstärkt die Hilfe anderer in Anspruch zu nehmen.
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MFG
Joseph