Friedhelm schrieb: Wie werden die Genveränderungen, die uns plagen, initiiert? Weiß jemand mehr dazu?
Lieber Friedhelm,
von "es wissen" bin ich weit entfernt... und damit wohl in bester Gesellschaft. Du stellst ja die Frage aller Fragen zum Thema Krebserkrankungen: "Wie kommt es dazu?" Heerscharen von Wissenschaftlern haben bisher keine eindeutigen Antworten gefunden. Betrachte meinen Beitrag also bitte nicht als finale Antwort, sondern als aktuellen Stand meiner lückenhaften Erkenntnis.
Genveränderungen insgesamt werden wohl eher zufällig ausgelöst. Das, was das Leben auf Erden vorwärts brachte und sich vom Einzeller an aufwärts entwickeln liess, wird dem Leben auch zum Verhängnis: Die Fähigkeit des Erbguts, zu mutieren. Es gbit diese Mutationen als Anpassung an Umwelt, Nahrung etc. (da sind wir beim alten Herrn Darwin und den Galapagos-Inseln) und als Spontanereignis ohne für uns erkennbaren Grund. Als Testfall der Natur. Diese Mutationen können positiv wirken, oder schädlich bis tödlich. Die Natur scheint ein bißchen von "Versuch und Irrtum" zu leben. Was dauerhaft funktioniert, wird vorerst beibehalten. Was sich als Irrtum herausstellte, wird eleminiert. Ob in diesem Zusammenhang ein Schmetterling seine Flügelfarbe von grün auf lila ändert oder Zellen ein übermäßiges Wachstum beginnen - beidem liegt das gleiche Prinzip zugrunde.
Mir scheint, dass dieses Zufällige aber für den Menschen nur schwer verdaulich ist. Wir sind es gewöhnt, immer nach "warum" und "wieso" zu fragen. Die Antwort "blinder Zufall" befriedigt uns Menschen nicht. Wenn wir mit "warum" nicht weiterkommen, stellen wir Menschen auch gern die Schuldfrage, was gerade im Zusammenhang mit einer Erkrankung für den Betroffenen fatal ist... der ist dann nämlich nicht nur schwer krank, sondern daran auch noch selbst schuld.
Es gibt sicherlich insgesamt ungesunde Lebensweisen und Lebensumstände - das kennen wir alle. Die schwächen den Organismus und machen ihn anfälliger. Mit einer schlechten Lebensweise erhöht man sicherlich sein statistisches(!) Risiko einer schweren Erkrankung, Eine zwingende Logik lässt sich daraus aber nicht ableiten - wir alle kennen irgendeinen Opa, der angeblich seit 80 Jahren qualmt und trinkt und sich mit 100 noch bester Gesundheit erfreut... Und wir alle kennen leider auch kleine Kinder (die noch gar keine Chance hatten, etwas falsch zu machen), die an Krebs erkranken und sterben.
Meine vorläufige Antwort ist daher: Der Erkrankung liegt zum überwiegenden Teil eine spontane und nicht erklärbare Genveränderung zugrunde. Äußere Einflüsse spielen nur eine eher untergeordnete Rolle. Daher gibt es keine sichere Vorbeugung. Eine insgesamt gesunde Lebensweise verringert allerdings das statistische Risiko einer schweren Erkrankung, ist aber keine Garantie.
Liebe Grüße,
Margret
P.S. : Ich finde den Artikel auf wikipedia (
de.wikipedia.org/wiki/Mutation
) recht informativ. Hier wird bei den Mutationen nach Erblichkeit,
Ursache, Mechanismus, Größe der Veränderung und Folgen fr den Organismus unterschieden.