Momentan geht alles in unserem Kopf durcheinander.
Für meinen Mann wird jetzt eine intensive Erhaltungstherapie zusammen gestellt. Er sollte sich bereits jetzt entscheiden ob er die analoge SZT machen möchte, da man ca. 3 Monate benötigt um einen Spender zu finden. Seine Blutwerte bessern sich nur durch Blutübertragung und die übertragene Thrombozyten. Sein Husten ist weiterhin stark, mit etwas Blut, die Lunge wird morgen nochmal geröntgt. Eine SZT wäre jetzt laut Arzt besser, als nach der Therapie, da es ihm nach der Erhaltungstherapie gesundheitlich schlechter gehen wird? Wie jetzt? Kann doch jetzt gar nicht gemacht werden, da noch ein Spender gesucht werden muss. Die Erhaltungstherapie soll 3 Monate dauern und auf ambulante Behandlung umgestellt werden und Weihnachten sei mein Mann bereits zu Hause. Bisher sagte man, wegen den ständig sofort nötigen Kontrollen wäre ein längerer Krankenhausaufenthalt nötig. Jetzt warten bereits andere Patienten und die Krankenkasse könnte evtl. Probleme machen. Ja, mein Mann hat momentan ein Einzelzimmer, um ihn vor Infektionen zu schützen, das kann bestimmt von einem Kassenpatient nicht so lange belegt werden. Auf den Einwand, Weihnachten wäre die Onkologische Praxis für ambulante Behandlungen geschlossen, kam der Vorschlag, sich dann in der Notfallaufnahme des Krankenhauses zu melden.
Eine Zustimmung zur analogen SZT konnte mein Mann heute Abend nicht geben und er steht ihr inzwischen ablehnend gegen über. Gründe sind nicht mal die hohe Todesrate, sondern die Befürchtung, dass es durch die bereits sehr fortgeschrittene Erkrankung zu einem unerträglichen Krankheitsverlauf kommen kann. Alles Fragen zu denen es keine Antworten gibt und über diese Risiken wurde er aufgeklärt. Wir werden morgen fragen, was durch die Erhaltungstherapie auf meinen Mann zu kommt, mit was man behandelt und was dadurch überhaupt erreicht werden kann, wenn es ihm danach sowieso gesundheitlich schlechter geht als jetzt.
Es ist unbeschreiblich, was jetzt in einem vor geht. Man versucht es sich als Ehepaar gegenseitig so weit wie möglich zu erklären und sich gegenseitig zu verstehen. In unseren Ansichten stimmen wir überein. Ich kann gar nicht die richtigen Worte dafür finden.
Maria