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LEELOO antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
14 Nov. 2013 16:31
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Margret
ich werde das Thema bei meiner Mutter die Tage ansprechen und dann schauen wir mal, ob wir ihm einen Psychologen unterschummeln können :-)

Margret antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
14 Nov. 2013 12:16
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Hallo LEELOO,

die Psychologen in der Klinik machen das meist ganz geschickt: Sie kommen herein, stellen sich als Dr. Sowieso vor und beginnen ein unverfängliches Gespräch - wie es denn so geht..., wie man sich fühlt..., was einem Sorgen macht..., was man sich wünscht... und ohne es zu merken, ist der Patient in einer Therapiesituation. Wenn der Irrtum dann aufgeklärt wird, ist das Eis schon gebrochen.

So war es bei meinem Mann, der sich zuerst auch vehement gewehrt hat ("Jetzt bin ich nicht nur krank, jetzt bin auch auch noch verrückt!" ). Der Therapeut wurde sein bester Freund in der Klinik und die Gespräche mit ihm haben uns beiden sehr geholfen.

Ausprobieren! :wink:

LEELOO antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
14 Nov. 2013 11:46
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Hallo Rosie,
das es für meinen Vater ganz schwer ist, das verstehe ich, auch seine Launen. Ich weiß nur nicht, wie ihn zu packen kriege, dass er sich mehr Hilfe holt und auch welche annimmt, sich mitteilt, seine Sorgen teilt, einen Arzt konsultiert und über seinen Rückfall spricht. Das ist sicher auch die Generation, die das meistens nicht gemacht hat. Ich mag nicht mal im Ansatz den Vorschlag machen, dass er sich auch psychologische Unterstützung holt. Im Krankenhaus hatte er 2 Bettnachbarn die Balsum für seine Seele waren, aber die sind natürlich nicht mehr da und wenn einer der Angehörigen auch nur ansatzweise sagt:" Ich kann das ein bisschen nachvollziehen" gibt es Gegenwind, dass man gar nichts nachvollziehen kann. Auch das alles verständlich.
Er müsste es sich aber nicht so schwer machen, nur wie bringt man ihm das bei?

@ Margret. Danke. Ich habe daran schon gedacht, auch weil es wirklich einfacher ist sich Fremden gegenüber anzuvertrauen. Nur allein bei dem Wort Psychologe ist die Rückzugshaltung vorprogrammiert.

Irgendwie akzeptiert er seine Krankheit schon, aber halt nur irgendwie. Es ist gut, dass er diesen : ich will zurück in mein Leben Drang hat, aber schlecht, dass er die Grenzen seines Körpers nicht akzeptiert und nicht versteht, dass es auch mal zurück auf Los geht und er von vorn anfangen muss.

Dummerweise findet meine Mutter auch nicht die richtige Art, um meinen Vater manchmal in die richtige Richtung zu lenken. In 55 Jahre Ehe, wo jeder seine heftigen Macken hat, hat sich da so einiges eingeschlichen, was er jetzt schwerer macht. Er fühlt sich bevormundet, sich sich zurückgestoßen. Ich versuche da einen Mittelweg. Verständnis für meinen Vater und dann noch ein Ohr für die Sorgen meiner Mutter zu haben, die nun auch einiges zu stemmen hat.

Derzeit hoffe ich, dass nächste Woche, wenn er wieder in die Klinik muss, der Arzt genauer nachfragt und sich dadurch die derzeitige Mutlosigkeit meines Vater wieder bessert, denn letztendlich sind die Prognosen nicht die schlechtesten.




Margret antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
14 Nov. 2013 11:16
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Hallo LEELOO,

jedes gute Krankenhaus bietet psychologische Unterstützung für Krebspatienten an - leider muss man meist aktiv danach fragen.

Die dortigen Fachleute sind mit der Besonderheit einer Krebserkrankung und der seelischen Reaktionen darauf bestens vertraut.

Vielen Patienten fällt es leichter, sich gegenüber einem Fremden zu öffnen, als gegenüber der Familie, in der man eine Rolle spielt, die man im Miteinander jahrzehntelang wahrgenommen hat.

Ich denke, es ist die bei deinem Vater völlig fehlende innere Akzeptanz der Erkrankung und ihrer Auswirkungen. Er rennt trotzig wie ein kleines Kind dagegen an und wenn er damit scheitert, zieht er sich ebenso trotzig und verbittert in den Schmollwinkel zurück und gibt auf. Die Wirkung der Medikamente verstärkt das noch weiter.

Da kann ein Psychotherapeut einen guten Beitrag zum inneren Gleichgewicht leisten. Schau bitte mal in diesen link:

www.onmeda.de/krebs/psychologische_hilfe_bei_krebs.html

Ich wünsche euch viel Erfolg dabei und alles Gute,
Margret

14 Nov. 2013 10:46
  • Rosi
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Hallo LEELOO,

es ist für einen Aussenstehenden schwer, hier einen Rat zu geben. Ich kann jedoch Ihren Vater irgendwie verstehen. Eines ist doch klar, wenn ein Mensch aus seinem sehr aktiven Alltag herausgerissen wird, geht für ihm erst mal die Welt unter. Ich denke, dass es hier besonders viel Taktgefühl braucht, um ihn zu verstehen. Das Dex ist ein Segen und ein Teufelszeug, wie schon Joseph es beschrieben hat. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es mich sehr viel Kraft kostet, meine "Launen" im Zaum zu halten, wenn es mir denn dann gelingen sollte. Dazu kommen noch die Nebenwirkungen der Chemo. Bitte, bitte - haben Sie als Familie Geduld, auch wenn es schwer fällt. Für den Erkrankten ist dies sicher auch kein guter Zustand, weiss er doch auch um seine "Macken", die er leider schlecht beeinflussen kann. Das macht dann noch unzufriedener.

Jedenfalls wünsche ich Euch von Herzen, dass es bald wieder bergauf geht.

Liebe Grüße

Rosi

LEELOO antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
14 Nov. 2013 10:16
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Hallo Joseph,
ich vergesse das Alter meines Vaters nicht, mein Vater vergisst sein Alter zu berücksichtigen :-).
Gestern war Besprechung im Krankenhaus. Seine Werte sind gut. Die Ärzte meinten auch, dass er schon gut unterwegs ist mit dem Rollator. Die hatten natürlich nicht gesehen, wie es vor 2 Wochen war, dass er da schon viel viel mehr konnte.
Es zieht ihn völlig runter, dass es kein ständiges Aufwertsstreben ist. 1 oder 2 Tage kaputt sein akzeptiert er, aber wenn dann nicht der schon zuvor erreichte Bestzustand wieder da ist, sondern er fast zurück " auf Los" ist, ist es für ihn super schlimm. Das er mit den Übungen vielleicht übertrieben hat, das darf man nicht mal ansatzweise erwähnen.
Ende nächster Woche hat er wieder seine Krankenhauswoche, da werde ich mal versuchen in Ruhe mit ihm zu reden. Mehr als rausschmeissen kann er mich ja nicht :-)
Mit dem Arzt reden habe ich als Tochter nur zu Anfang übernommen, als meine Mutter mit der neuen Situation total überfordert war und keinen klaren Gedanken fassen konnte. Die Gespräche jetzt wird sie natürlich machen.

Einen Onkl. hat er nicht. Er war bis jetzt nur einmal beim Hausarzt. Ich werde das mal meiner Mutter sagen, dass sie ihm das vorschlägt.

@ Rudi. Geschraubt ist nichts. Die fachlichen Begriffe kenne ich natürlich nicht, aber es wurde über 4 Stunden operiert. Der Tumor war 4 cm gross und drückte auf die Nerven, deshalb hatte er vorher schlimme Schmerzen, fortschreitende Taubheitsgefühle und kaum noch Kontrolle über seine Beine. Lt. Ärzte war die Op 5 vor 12 vor der Querschnittslähmung. Mit dem Tumor wurde auch Knochen entfernt, der aber nachwachsen soll. Bestrahlt für evtl. Restrückstände des Tumor wurde schon. Lt. Ärzte erfolgreich. Schmerzen hat er in dem Bereich keine mehr, aber halt Taubheitsgefühle unterhalb der Op Stelle (ca. 15 cm lange Narbe im Rückenbereich), die evtl. auch nicht mehr weggehen.
Die Physiotherapeutin hat ihm erklärt, dass alles weg ist, was vorher automatisch im Bewegungsablauf verankert war und er nun mit ganz langsamen Bewegungen alles neu erlernen muss. Heisst: Fuß langsam setzen, damit die Infos ans Gehirn gegeben und dort neu verarbeitet werden. Schnelle Bewegungen und Überforderungen würden dann wieder alles durcheinander bringen. Das hat er mir nach Nachfrage so beschrieben.
Er nimmt so gut er kann wieder am Leben teil, aber er überanstrengt sich halt oft. Er sagt es natürlich nicht, aber meine Mutter erzählte mir, dass er nach zu langem Sitzen/ Spaziergängen richtig kaputt ist und dann 1-2 Tage im Bett liegt (was ja ok ist, aber für ihn sicher eine Niederlage bedeutet).
Der Gesundheitspapst, der sonst ein (zu dünner) schnittiger Rennhund war, kann die Dinge nicht mehr kontrollieren. Weder Gewicht (durch Kotision und richtig, richtig Hunger das erste Mal im Leben ein Bäuchlein) noch Körper. Und natürlich muss er damit erst mal klarkommen. Die derzeitigen Rückschläge, die er nicht mal wieder nach ein paar Tagen erneuten Übungen aufholen kann zermürben ihn total.
Über Gefühle reden, Hilfe holen, Schwäche zeigen, das fällt ihm mehr als schwer. Gerade seit er wieder daheim ist, hat er da wieder dicht gemacht. Das macht es schwer an ihn ranzukommen.