Hallo Joseph,
ich vergesse das Alter meines Vaters nicht, mein Vater vergisst sein Alter zu berücksichtigen

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Gestern war Besprechung im Krankenhaus. Seine Werte sind gut. Die Ärzte meinten auch, dass er schon gut unterwegs ist mit dem Rollator. Die hatten natürlich nicht gesehen, wie es vor 2 Wochen war, dass er da schon viel viel mehr konnte.
Es zieht ihn völlig runter, dass es kein ständiges Aufwertsstreben ist. 1 oder 2 Tage kaputt sein akzeptiert er, aber wenn dann nicht der schon zuvor erreichte Bestzustand wieder da ist, sondern er fast zurück " auf Los" ist, ist es für ihn super schlimm. Das er mit den Übungen vielleicht übertrieben hat, das darf man nicht mal ansatzweise erwähnen.
Ende nächster Woche hat er wieder seine Krankenhauswoche, da werde ich mal versuchen in Ruhe mit ihm zu reden. Mehr als rausschmeissen kann er mich ja nicht

Mit dem Arzt reden habe ich als Tochter nur zu Anfang übernommen, als meine Mutter mit der neuen Situation total überfordert war und keinen klaren Gedanken fassen konnte. Die Gespräche jetzt wird sie natürlich machen.
Einen Onkl. hat er nicht. Er war bis jetzt nur einmal beim Hausarzt. Ich werde das mal meiner Mutter sagen, dass sie ihm das vorschlägt.
@ Rudi. Geschraubt ist nichts. Die fachlichen Begriffe kenne ich natürlich nicht, aber es wurde über 4 Stunden operiert. Der Tumor war 4 cm gross und drückte auf die Nerven, deshalb hatte er vorher schlimme Schmerzen, fortschreitende Taubheitsgefühle und kaum noch Kontrolle über seine Beine. Lt. Ärzte war die Op 5 vor 12 vor der Querschnittslähmung. Mit dem Tumor wurde auch Knochen entfernt, der aber nachwachsen soll. Bestrahlt für evtl. Restrückstände des Tumor wurde schon. Lt. Ärzte erfolgreich. Schmerzen hat er in dem Bereich keine mehr, aber halt Taubheitsgefühle unterhalb der Op Stelle (ca. 15 cm lange Narbe im Rückenbereich), die evtl. auch nicht mehr weggehen.
Die Physiotherapeutin hat ihm erklärt, dass alles weg ist, was vorher automatisch im Bewegungsablauf verankert war und er nun mit ganz langsamen Bewegungen alles neu erlernen muss. Heisst: Fuß langsam setzen, damit die Infos ans Gehirn gegeben und dort neu verarbeitet werden. Schnelle Bewegungen und Überforderungen würden dann wieder alles durcheinander bringen. Das hat er mir nach Nachfrage so beschrieben.
Er nimmt so gut er kann wieder am Leben teil, aber er überanstrengt sich halt oft. Er sagt es natürlich nicht, aber meine Mutter erzählte mir, dass er nach zu langem Sitzen/ Spaziergängen richtig kaputt ist und dann 1-2 Tage im Bett liegt (was ja ok ist, aber für ihn sicher eine Niederlage bedeutet).
Der Gesundheitspapst, der sonst ein (zu dünner) schnittiger Rennhund war, kann die Dinge nicht mehr kontrollieren. Weder Gewicht (durch Kotision und richtig, richtig Hunger das erste Mal im Leben ein Bäuchlein) noch Körper. Und natürlich muss er damit erst mal klarkommen. Die derzeitigen Rückschläge, die er nicht mal wieder nach ein paar Tagen erneuten Übungen aufholen kann zermürben ihn total.
Über Gefühle reden, Hilfe holen, Schwäche zeigen, das fällt ihm mehr als schwer. Gerade seit er wieder daheim ist, hat er da wieder dicht gemacht. Das macht es schwer an ihn ranzukommen.