Hallo Mummy,
ja der Schock ist groß und man braucht Zeit, diesen zu verarbeiten. Gibt es nicht in Eurer Nähe eine Selbsthilfegruppe bei der Deine Mutti sich Rat holen kann, neben den sicher sofort einsetzenden schulmedizinischen Therapien? Ich empfehle ihr diesen Schritt sehr, zusätzlich zum Forum. Weißt Du, es ist so gut, Kontakt mit Betroffenen zu haben, diese auch vor sich zu sehen - zu sehen, dass man Hoffnung haben kann. Adressen findest Du hier und auch unter myelom-deutschland.de.
Nun zur Oma. Ich erhielt die Diagnose, als meine Schw. schanger war und ich vorfreudige Oma. Dann kam das Tief und die erste sofortige Wirbelsäulenoperation. Eine ziemliche herb erscheinende Krankenschwester sagte zu mir als ich mit dem Kopf zur Wand leise und mutlos weinte, nun warten Sie ab, wenn das Baby erst da ist, dann sieht die Welt wieder heller aus. Sie sollte recht behalten. Ein Enkelkind war für mich wie eine zusätzliche Therapie. Ich bin jetzt im 9. Jahr nach der WS und im 4. Jahr nach der Hochdosis-Chemotherapie, zwar immer noch unheilbar MM-krank und mit vielen Schmerzen, aber ich schaffe es zwischendurch immer mal wieder eine Zeit, die Schmerzmedis abzusetzen. Ist das nichts? Jeder Tag zählt doch und es macht unsagbar glücklich für die Momente, wenn mich meine inzwischen zwei Kleinen tagelang besuchen. Natürlich die Kraft ist dann am Ferienende weg, doch dazwischen war die Feinfühligkeit eines Kindes, das Streicheln, das Lachen usw.. Die Glatze war für beide null Problem, sie setzten die Perücke mit Begeisterung auf. Küssis bekomme ich u.a. von einer Treppenstufe, da ich sie nicht mehr tragen darf bzw. kann. Sie sind so verständnisvoll für ihre Omi und ich habe viele glückliche Momente neben den durchaus nicht immer leicht zu ertragenden Schmerzattacken.
Ein Tip noch, Deine Mutti hat das Recht auf eine psychotherapeutische Begleitung, das hilft ebenfalls auf unserem Weg. Leider muß man da selber drauf kommen, aber erhält dann eine Erstüberweisung, d.h. es ist normale Krankenkassenleistung.
Du merkst, die Medikation ist aus meiner Sicht Arztsache, aber man kann daneben einiges für sich tun, um mit diesem beschi....
Krebs ruhiger zu leben. Aber Angst haben wir wohl alle, vor jedem Arztbesuch, bzw. dem Befund, vor jedem neuen Schmerz, vor jedem Schicksalsschlag. Ich glaube, so richtig cool ist hier keiner, auch wenn es sich manchmal so liest. Es tut mir gut, wenn man mir zeigt, dass man mich braucht und traurig ist, wenn es mir schlecht geht. Tränen sind wie Balsam auf meine verwundete Seele. Drücke sie nicht weg, sondern umarmt Euch beim Weinen, gemeinsame Tränen erleichtern wahrscheinlich. Aber jeder empfindet natürlich anders. Das gilt übrigens für alles hier im Forum denke ich.
Doch die Forum-Tips und persönlichen Berichte regen mich zum Bedenken, Nachdenken und Vorausdenken an. Danke, dass es Euch alle so schreibfreudig gibt.
Ich drücke Dich
elisea