Hallo Gast,
Meine Mutter wird es nicht erfahren, dass ich erkrankt bin.
Sie würde vor Sorgen in die Knie gehen und täglich bei mir anrufen. So kann sie sich auf ihren Körper und ihre Sorgen konzentrieren und sich darüber bei mir ausweinen.
Sie ist 82 und ich denke doch, dass ich sie überleben werde. (Wobei diese Familie gern 99 wird...) Dass ich eine seltene Hautkrankheit habe, die mich Klasse aussehen läßt, weiß sie. Das das mit dem Myelom zusammenhängt, weiß sie nicht.
Mit meinem Vater habe ich gesprochen. Er hat seine zweite Frau mit Brustkrebs bis zu Ende gepflegt und eine andere Sicht auf Leiden. Er interessiert sich auch nicht für Familie und seine Kinder.
Man sollte sehr genau abwägen, was man wem zumuten kann. Als ich nach der Diagnose 2008 vielen Freunden davon erzählt habe, habe ich viele Freunde auch verloren, weil es zu viel für sie war. Ich konnte auch noch nicht richtig damit umgehen, was jetzt auf mich zurollt und wie es weiter geht. Sogar meine Psychotherapeutin wollte die weitere Behandlung absagen, weil sie zu betroffen war. Damals war ich sowieso in einer Depri, da war das ja nur noch eins obendrauf zur Generalmisere der sozialen Unsicherheit.
Meine Kinder wissen Bescheid, aber es interessiert sie nicht weiter, solange ich noch gesund und munter wirke. Sie melden sich von alleine nicht.
Dabei ist das schon wieder 5 Jahre her, man sollte auch nicht vergessen, dass es sich um einen langsam wachsenden Krebs handelt und man sehr lange damit leben kann, auch ohne Behandlung.
Ihr werdet es schon richtig machen, so wie es für Eure Familie das Beste ist, vertraut auf das Bauchgefühl
Liebe Grüße Angela