Liebe "Stoppelchen",
ich kann Deine Wut, Deinen Schmerz gut verstehen! Man sucht verzweifelt nach einem Grund, nach etwas Logischem, an dem man sich festhalten kann. Aber keine Frage und auch keine Antwort nehmen Dir den Verlust, den Abschied, die Trauer.
Ich kann Dir aus meiner Erfahrung nur sagen, dass es mit der Zeit besser wird, etwas milder, etwas leichter zu tragen.
Dass dein Mann Deine Anwesenheit gespürt hat - da bin ich sicher. Als ich damals ins Krankenzimmer kam, sah ich gleich, dass es nun zu Ende gehen würde. Mein Mann war im Koma, nicht ansprechbar. Ich hatte in meiner Handtasche wie immer ein Taschentuch mit meinem Lieblingsparfüm. Diesen Duft hat mein Mann sehr gliebt und ich habe ihm - ohne weiter nachzudenken - das Tuch auf das Kopfkissen gelegt. Er war sofort ganz ruhig und entspannt, die Verkrampfung der Hände löste sich,der Atem ging ruhig und gleichmäßig. Er wusste, dass ich da war.
So ähnlich wird es bei Dir auch gewesen sein - und diese Gewissheit macht vieles leichter. Trotz der Trauer und trotz der Wut.
Du kannst nur versuchen, mit der Zeit Deinen Frieden mit den Geschehnissen zu machen - ob Dein Mann bei besserer Versorgung noch bei Dir wäre, ist nicht gewiss und manchmal fragt man sich, was ihm vielleicht noch erspart geblieben ist...
Ich wünsche Dir viel Kraft und irgendwann auch wieder Frieden in der Seele,
Margret