Liebe Maren,
das ist ein interessantes und vor allem ein uns alle betreffendes Thema.
Vielleicht ist es dem Admin möglich, dafür einen eigenen Thread einzurichten und die Beiträge dorthin zu verschieben.
Häufig ist es so, dass die Patienten anfangs damit beschäftig sind, die schwierige Diagnose zu verarbeiten, zu akzeptieren. Da muss man wohl erst mal mit sich selbst ins Reine kommen, soweit das möglich ist. Dass Männer ohnehin eher dazu neigen, Probleme mit sich selbst auszumachen, kommt hinzu. Der Partner hat aber das gleiche Problem - was dazu führt, dass sich jeder seine eigenen Gedanken macht, Sorgen und Angst hat, aber die Kommunikation miteinander über diese Themen schwierig ist. Erst nach und nach ist man - so meine Erfahrung - in der Lage, vernünftig darüber miteinander zu reden - guten Willen von beiden Seiten mal vorausgesetzt. Dass einen anfangs alle Fachbegriffe völlig erschlagen, kommt erschwerend hinzu.
Während der Krankheit, die ja häufig ein Auf und Ab des körperlichen und seelischen Zustands ist, ist der Partner auch immer wieder unterschiedlich gefragt: Mal läuft das Leben einigermaßen normal, mal gibt es dramatische Situationen, die zu bewältigen sind. Mal kann man mit der Krankheit gut umgehen, mal liegen die Nerven blank. Das ist eine echte Belastungsprobe, auch für die beste Beziehung. Aber man entdeckt im Lauf der Zeit auch eine noch innigere Verbindung zueinander - ich habe unsere 4 Jahre mit dem MM als manchmal schwierig aber auch schön und intensiv in Erinnerung.
Unter diesen Eindrücken verändern sich Patienten und Partner zwangsläufig. ( Es wäre ja auch fast seltsam, wenn die Diagnose "Krebs" nicht tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen würde - für beide... ) Aber man wächst eben auch mit seinen Aufgaben und man wächst zusammen. Was ich anfangs für einen ziemlich dummen Spruch gehalten habe, hat sich als wahr herausgestellt. Und man schafft viel mehr, als man sich zugetraut hätte. Ein bißchen Vertrauen in die eigenen Kraft ist da durchaus angebracht.
Leider gibt es kaum struktutrierte und selbstverständliche Hilfsangebote für Angehörige. Im Fokus der Mediziner steht eben immer "nur" der Patient. Auf den Literaturseiten hier findest du aber 2 Broschüren, die sich mit dem Thema "MM + Angehörige" befassen:
www.myelom.org/literatur.html
(weit runterscrollen)
Alles Gute Euch und liebe Grüße,
Margret