Liebe gast,
auch mein Mann war 4 Jahre lang durch das MM dialysepflichtig - 3 x wöchentlich für 4-5 Stunden. Eine erhebliche Belastung und damit wurde auch ein normaler Alltag, mal eine kleine Reise o.ä., fast unmöglich.
Ich hatte aber das große Glück, dass wir die Lasten gemeinsam getragen haben. Aber Veränderungen im Sinne von Tagesschwankungen der Stimmungslage kenne ich natürlich auch.
Zum Einen das Dexa, das nun mal aufputscht und dann wieder Entzug verursacht. Dazu Geruchs- und Geschmacksstörungen - ich habe manchmal nicht mehr gewusst, was ich noch kochen soll. Die psychische Belastung durch das MM und die Zusatzbelastung durch die Dialyse (das Leben hängt von einer Maschine ab) - wenn das alles nicht für Veränderungen sorgt...
Was kann ich dir raten?
1.) Bitte mal von den Ärzten prüfen lassen, ob man an der Medikamentenschraube etwas drehen kann um die Belastung zu mindern.
2.) Von möglichst vielen Nahrungsmitteln möglichst immer kleine Portionen im Haus haben bzw. einfrieren. 3-4 Fleischsorten, einige Gemüse, alles zubereiten und in kleinen Portionen einfrieren - ein paar Kartoffeln oder Nudeln sind dann schnell dazugekocht. Möglichst den Patienten nicht in die Küche lassen, so dass er das Essen nicht vorher riecht. Küche immer gut lüften! Nur kleine Portionen anbieten, schauen, dass es nett aussieht - ein bißchen Deko auf dem Teller hilft manchmal schon.
3.) Die Ernährungsempfehlungen für Dialysepatienten sind für die Patienten gemacht, die noch viele Jahre oder Jahrzehnte Lebenserwartung unter dialyse vor sich haben. Das ist - und da müssen wir den Tatsachen ins Auge sehen - bei MM-Patienten häufig nicht mehr der Fall. Da stellt sich die Frage, ob man die Ernährung wirklich komplett der Dialyse anpasst oder ob man die Zügel etwas lockerer lässt und dem Patienten Lebensqualität, Genuß und Freude lässt. Mein Mann hat schlichtweg alles gegessen, was ihm schmeckte und Freude machte. Ich will dich nicht dazu ermuntern, gegen ärztliche Anweisungen zu verstoßen aber manchmal muss man den Nephrologen auch mal deutlich erklären, was es mit dem MM auf sich hat und dass der Patient vermutlich nicht 20 Jahre lang an der Dialyse hängt...
4.) Du wirst - bis auf vielleicht kleine Veränderungen - deinen Mann nicht ändern können. Also musst du auf dich aufpassen. Achte darauf, dass du immer noch eine Kraftreserve für dich übrig behältst. Nimm dir ab und zu eine Auszeit von der Krankheit - und wenn es nur mal ein Cafehaus- oder Shoppingnachmittag mit einer Freundin ist. Versuche bitte, dich nicht von der Krankheit beherrschen zu lassen - ich weiss, wie schwierig das ist...
Manchmal ist es hilfreich, dem Patienten nicht immer auf Zuruf zur Verfügung zu stehen - du bist (bei allem Verständnis) nicht der Mülleimer für schlechte Laune.
Alles Gute für euch und liebe Grüße,
Margret