Hallo Jenny,
MM mit 21, das schafft mich genauso, wie alle Vorherschreiber.
Ich bin betroffen, aber auch Mutter und Oma.
Weißt Du, als Betroffene half mir sehr, sehr das Telefonat mit meinem Sohn, d.h. seine Tränen. Er war mir dadurch so ungeheuer nah. Ich glaube, er wäre noch trauriger gewesen, wenn ich ihn nicht ins Vertrauen gezogen hätte. Auch jetzt nach 6 (!) Jahren ist er ärgerlich, wenn ich ihm nicht mein Befinden telefonisch mitteile. Das tue ich allerdings nicht, denn meine Rückenschmerzen kann er mir nicht wegzaubern und in seinem beruflichen und familiärem Stress wäre das ständige Berichten über meine täglichen Schmerzen nicht gerade beruhigend für ihn.
Ich suchte mir neben den Gesprächen mit meinem Mann auch nach der ersten REHA einen Psychotherapeuten. Weißt Du, dort erzählt man ohne Überlegung auf die seelische Befindlichkeit des Zuhörenden frei von der Leber weg ohne vorheriges Abwägen. Wird nur geleitet durch Zwischenfragen vom Therapeuten. Das tut so gut, man kann heulen, schimpfen, fassungslos sein, zusammenbrechen - egal, er weiss Hilfe und stärkt Dich, baut Dich wieder auf. Dadurc h bin ich in der Familie stärker.
Als Mutter: Meinst Du, die Frau, die Dich in sich getragen hat und dadurch die stärkste Bindung zu Dir hat, spürt nicht, dass Dich etwas belastet. Ist vielleicht sogar beunruhigt und mag Dich aber nicht durch Fragen nerven, denn wie schnell bekommen Eltern den Satz: ich bin erwachsen.
Ich merke aber im Rückblick auf mein Leben immer wieder, wie wichtig Gespräche mit meiner Mutti für mich waren und erst recht als ich die Diagnose bekam und ja mit 59 schon selbst Mutter und uralt war.. Sie würde Dir ganz sicher gerne helfen durch Zuhören oder eine mütterliche Umarmung oder ein Streicheln. Vielleicht ist sie stärker als Du denkst.
Ich denke, ich würde es sagen.
Es hilft Dir vielleicht beim Kräftesammeln denn Kraft brauchen wir dringend für eventuelle Therapien, die ja aber erst in Jahren kommen könnten.
Vielleicht bringt eine ärztliche Zweitmeinung ganz andere Ergebnisse. Auch der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein. Dort sind nicht nur Ältere, sondern auch leider junge Betroffene.
Alles Gute für Dich
elisea