Vielen Dank für die Vorschläge und Links zu verschiedenen Therapien.
Ich habe bereits im Vorfeld sehr viel gelesen, auch Studien. Letzteren gegenüber bin ich etwas kritisch eingestellt, weil nicht immer ganz klar ist, wie groß der Nutzen für den Patienten ist (oder für wen auch immer??). Diese Therapiestudien werden an Patienten durchgeführt, die alle unterschiedliche individuelle Voraussetzungen mitbringen und an einer Krankheit leiden, die noch immer nicht grundlegend erforscht und sehr polymorph ist ( zit.:"MM sind 100 Krankheiten").
Sicher ist es sehr spannend und für erkrankte mit schwierigen Voraussetzungen und Verläufen ein Segen und großer Gewinn, wenn viel geforscht und immer wieder neue Therapieoptionen entwickelt werden. Ich denke, man darf dabei nicht die evtl. Langzeitkomplikationen und Nebenwirkungen vergessen, die möglicherweise noch nicht bekannt sind und erst später auftreten. Daher meine ich, sollte man bei unkomplizierten Fällen weiterhin auch bewährte Standardtherapien nutzen, für die nachweislich Daten für sehr gute Therapieerfolge bei kalkulierbaren und beherrschbaren Nebenwirkungen und Risiken vorliegen.
Ich war nur über den Beitrag von miregal gestolpert, wo er so abwertend schreibt :"aber es dauert anscheinend etwas, bis die Erkenntnisse sich in der klinischen Praxis durchsetzen. Selbst VCD Ersttherapie ist noch weit verbreitet ". Das ist schon etwas krass formuliert, weil ich glaube, dass die MM Spezialisten in den Hämato-Onko-Praxen schon auf dem Laufenden sind, aber sich vielleicht eigene Gedanken machen und Erfahrungen nutzen und ihren Patienten nicht immer nur die neuesten und modernsten Therapien vorschlagen. Ich finde z.B. , selbst in nicht deutschen Veröffentlichungen, keine guten Vergleichsstudien, die mir eindeutig sagen, dass diese oder jene Dreierkombination in der Induktionsphase bei unkompliziertem, d.h. genetisch nicht aggressivem Krankheitsbild, statistisch relevanten Vorteil für eine lange Progressionsfreiheit nach der AST erbringen. Deshalb habe ich mich für die bewährte und (ebenso) leitliniengerechte VCD Induktion entschieden. Die Nebenwirkungen sind auch im zweiten Zyklus gut tolerabel, und ich hoffe auf maximale Wirksamkeit.
Und alles in allem ist es so wie Bernd auch sagt, diese Krankheit ist bei jedem anders.